

Am Mittwoch hieß es: „Schluss für heut!“,
wir haben uns auf den Feierabend gefreut.
Die Taschen gepackt, die Gruppe bereit,
begann für uns die Urlaubszeit.
In Fahrgemeinschaften, alt und klapprig,
die Wohnmobile teils recht wacklig,
in die Schweiz trug uns der Wind,
elf Karpatler, die auf Skitour sind.
Den Sonderpreis für „Altmetall“
gewann der Jürgen auf jeden Fall.
Sein Wohnmobil, ein wahres Prachtstück,
bot uns am Abend das größte Glück:
Zu elft hinein, die Wurst auf den Tisch,
das Bier war kühl, die Laune frisch.
In Bivio am Campingplatz,
gab’s Brotzeit statt dem großen Schatz.
Am Morgen dann – der Kaffee dampft,
der Julierpass wird nun erstampft.
Im Nebelsaft begannen wir zu schwitzen,
sahen kaum die eignen Skispitzen.
Doch Christi gab den Takt nun vor,
und schon stießen wir durchs Wolkentor!
Am Piz Surgonda, im Sonnenschein,
pfiffen wir uns den Gipfelschnaps rein.
Dann hieß es: Abseilen! Den Abgrund im Blick,
die Ski auf dem Rucksack, es gibt kein Zurück!
Zur Jenatschhütte ging’s im Sauseschritt,
wir nahmen jeden Schwung dort mit.
Dort gab’s ein Bier (vielleicht auch zwei?),
die rote Nase war auch dabei.
Verbrannt im Gesicht, doch froh im Gemüt,
weil hier der Stolz der Karpatler blüht.
Wie Gemsen am Hang, so steil und so wild,
bot der nächste Morgen ein herrliches Bild.
Dann eine Wüste aus glitzerndem Weiß,
flach und perfekt für jeden Scheiß.
Wir tratschten und lachten, die Zeit verging fix,
mit Blick auf den Piz Palü, da fehlte uns nix.
Dann Felle ab, die Ski bereit,
jetzt kam die große Abfahrtszeit!
Wir kurvten bergab mit breitem Grinsen,
doch einer wollte ins Wasser linsen:
Ein kurzes Eisbad im kalten Fluss,
ein wirklich toller Urlaubsgenuss!
Wer braucht schon Wellness oder Thermen,
wenn wir von Gebirgsbach-Kälte schwärmen?
Doch das Schicksal verlangte uns Opfer nun ab:
Sechshundert Höhenmeter im Wandertrab!
Die geliebten Ski wurden zur schweren Last,
bei jedem Schritt haben wir Madulain gehasst.
Ein Skistock brach, die Stimmung in Gefahr,
doch unser Jürgen war sofort da!
Mit Handwerker-Ehre und flinker Hand
hielt der Stock wieder allem stand.
Auf unsere Führer ist eben Verlass,
selbst mühsames Wandern macht so irgendwie Spaß.
Die letzten dreihundert Meter im Schnee
taten den Waden dann doch etwas weh.
Auf der d’Es-cha-Hütte, wer hätt’s gedacht,
haben wir Bier und Schnaps uns vermacht.
Das muss man bei den Karpatlern nicht extra betonen:
Denn man muss sich ja auch irgendwie belohnen!
Dann kam der Tag, das absolute Highlight,
für den Piz Kesch standen wir nun bereit.
Steigeisen an, Ski auf dem Buckel,
kraxelten wir durch das Felsengeruckel.
Dort glänzte er stolz im Sonnenlicht,
ein Anblick, der fast das Schweigen bricht.
Am Skidepot hieß es: „Ab hier zu Fuß!“,
mit Pickel und Steigeisen zum Gipfelgruß.
Jürgen und Christi, als Schutzengel-Duo,
bewahrten die Ruhe im Bergszenario!
Vom Gipfelglück trunken, die Keschhütte im Blick,
kehrten wir grinsend zur Basis zurück.
Dort wurde gesungen, gelacht und erzählt,
kein Wirt hat uns vor die Türe gestellt!
Obwohl wir elf Karpatler lautstark erschallten,
durften wir dennoch die Lager behalten.
Am letzten Tag peitschte der Schneesturm uns wach,
der Heimweg stand an unterm Wolkendach.
Dreckig, erschöpft, die Erinnerungen im Blick,
kehrten wir glücklich aus den Bergen zurück.





(Fotos von Christiane Stumber)


