
Gleich zweimal in diesem Jahr durfte ich an der Schneerosenwanderung unserer Sektion Karpaten teilnehmen – ein Erlebnis, das den Frühling in seiner schönsten Form zeigte.

Am 21. März 2026 trafen sich 16 Schneerosen-Begeisterte pünktlich um 8:30 Uhr auf dem Parkplatz am Hintersteiner See in Tirol. Von dort aus machten wir uns auf den Weg Richtung Walleralm (1.400 m). Der Aufstieg hätte gut zwei Stunden dauern sollen, doch angesichts der Blütenpracht ließen wir uns gerne mehr Zeit. Schon kurz nach dem Start zeigten sich die ersten Schneerosen (Helleborus niger) und bald säumten immer mehr dieser zarten Frühblüher den Weg.
Die kleinen, unter Naturschutz stehenden Pflanzen verwandelten den Wald und die Wiesen rund um Kufstein in ein leuchtend weißes Blütenmeer. Zwischen Februar und April findet man sie in den östlichen Nord- und Südkalkalpen – dort, wo der Winter dem Frühling langsam Platz macht.
Entlang des Adlerwegs ging es weiter Richtung Stöffelhütte, wo zwischen den weißen Schneerosen auch rosafarbene Exemplare zu entdecken waren. Die Hügel glänzten im Heidekraut, dazu kamen die ersten Krokusse, Schlüsselblumen und Gänseblümchen – ein faszinierendes Schauspiel der Natur.


Kurz vor der Walleralm legten wir einen Abstecher zum Kreuzbichl (1.199 m) ein. Von dort bot sich ein atemberaubender Rundblick – von den noch schneebedeckten Kitzbüheler Alpen bis zu den Bayerischen Voralpen. Ein Teil der Gruppe entschloss sich, weiter hinauf zum Hochegg (1.470 m) zu steigen, wo sich die ersten Knospen mutig durch die Schneedecke kämpften. Oben angekommen, genossen wir unsere Brotzeit in stiller Gipfelatmosphäre, mit einem Hauch Sonne im Gesicht und dem Wilden Kaiser im Blick.

Der Rückweg führte uns über den malerischen Jägersteig, einen Höhenweg oberhalb des Hintersteiner Sees, der wiederum reich an Schneerosen war, zurück zum Parkplatz. Leider blieb uns die Einkehr im Seestüberl diesmal verwehrt.
Nur wenige Tage später, am 25. März, führte uns unsere Wochentagswanderung auf die gegenüberliegende Seite von Kufstein – zum Pendling (1.563 m), einem beliebten Ziel in den Brandenberger Alpen. Nach einer gemütlichen Passage auf der Forststraße bogen wir in den Wald ab, wo schon die ersten Schneerosen zwischen den Bäumen hervorleuchteten. Der weitere Aufstieg verlief angenehm stetig und eröffnete immer schönere Ausblicke.
Bald erreichten wir das Pendlinghaus, wo uns das Kaisergebirge zu Füßen lag. Auf den Bänken vor dem Haus ließen wir uns die Sonne ins Gesicht scheinen, genossen unsere Brotzeit und einen heißen Glühwein. Gestärkt setzten wir den Rundweg Richtung Heimkehrerkreuz fort – begleitet von guter Laune, wärmender Frühlingssonne und dem ein oder anderen Blick zurück auf die herrliche Landschaft.


Auf dem Rückweg zum Parkplatz Schneeberg begleiteten uns schließlich die letzten Schneerosen – ein wunderschöner Abschluss dieser Touren.

In diesem Jahr kamen wir Blumenliebhaber wirklich auf unsere Kosten: So viele Schneerosen wie heuer haben wir selten gesehen.

Ein herzliches Dankeschön an unseren sympathischen und engagierten Tourenleiter Detlev Antosch, der uns zu diesen wunderbaren Orten geführt und uns damit unvergessliche Frühlingstage beschert hat.
(Fotos von Detlev Antosch)


