
Angefangen hat alles mit der LVS-Ausbildung am 16. Januar 2026 auf der Weidener Hütte in den Tuxer Alpen. Hoch oben, umgeben von verschneiten Gipfeln und klarer Winterluft, begann mein neues Winterabenteuer.
Michi Kraus, unser Kursleiter, vermittelte uns mit viel Geduld und Begeisterung die Kenntnisse und Fähigkeiten, die eine sichere und selbstständige Schneeschuhtour unter lawinenkundlichen Aspekten ermöglichen. Theorie und Praxis ergänzten sich perfekt. Schnell wurde aus anfänglicher Unsicherheit echte Freude an der Bewegung im Schnee.
Gleich am ersten Tag machten wir uns mit den Schneeschuhen vertraut. Wir schnallten sie an unsere Winterstiefel, legten die LVS-Geräte an, verstauten Schaufel und Sonde im Rucksack und schon stapften wir durch den tiefen, unberührten Schnee. Jeder Schritt knirschte, die Luft war klar, und die winterliche Stille hatte etwas Magisches.
Am Abend tauchten wir tiefer in die Lawinenkunde ein. Michi erklärte uns den Lawinenlagebericht, den Schneedeckenaufbau, die SnowCard und wie man Hänge mit mehr als 30 Grad Steilheit sicher begeht. Am Sonntag folgte der praktische Teil: Mit Schneeschuhen und LVS-Set ging es hinauf zur Hubertusspitze. Wir durften selbst spuren, eine anstrengende, aber unglaublich erfüllende Aufgabe. Bei einer Übung zur Verschüttetensuche merkten wir, wie wichtig Teamarbeit und Konzentration sind. Nach einer stärkenden Einkehr auf der Hütte traten wir müde, aber glücklich die Heimreise an.



Doch für mich war klar: Das war erst der Anfang.
Am 7. Februar 2026 zog es mich erneut hinaus in die Winterwelt. Gemeinsam mit Michael Kraus ging es über die Königsbachalm zum Carl-von-Stahl-Haus. Entgegen aller Wettervorhersagen begleitete uns strahlender Sonnenschein. Die verschneite Landschaft funkelte, und sogar Gämsen zeigten sich in der Ferne.
Am nächsten Morgen prüften wir gewissenhaft den Lawinenbericht, schnallten die Schneeschuhe an und machten uns auf den Weg zum Schneibstein. Während des Aufstiegs hüllte Nebel die Landschaft ein, doch oben angekommen riss die Wolkendecke auf. Zwei Gipfelkreuze traten aus dem Weiß hervor, und die Sonne tauchte alles in ein goldenes Licht. Ein Moment zum Innehalten. Nach einer gemütlichen Brotzeit begann der Abstieg. Mit spielerischer Leichtigkeit ging es zurück zur Hütte. Ringsum erhoben sich majestätische Berge im Winterkleid. Sogar der Watzmann präsentierte sich von seiner schönsten Seite. Über die Königstalalm und die Königsbachalm wanderten wir schließlich zurück zum Parkplatz, erfüllt von Eindrücken, die noch lange nachwirkten.




Meine Begeisterung war nun endgültig entfacht.
Am 13. Februar nahm ich an einer weiteren Schneeschuhtour in den Kitzbüheler Alpen teil, geführt von Werner Krolovitsch. Von der Bochumer Hütte führte unser Weg über die Oberkaseralm hinauf zum Tor, vorbei am stillen Torsee, durch eine unberührte Schneelandschaft bis zum Mittagskogel. Diese Weite, diese Ruhe – einfach überwältigend!
Nach der Brotzeit stiegen wir ab und umrundeten den Tristkogel, als dichter Nebel aufzog und die Sicht zunehmend erschwerte. Über das Saaljoch kehrten wir zur Hütte zurück. In der Nacht hatte es kräftig geschneit. Am nächsten Morgen durften wir wieder spuren, bis hinauf zum Laubkogel. Schneeschuhe sind dabei wahre Lebensretter. Der Abstieg durch das wilde Gelände wurde zu einem ausgelassenen Vergnügen.



Den Abschluss meiner Touren bildete der 21. Februar 2026. Es schneite unaufhörlich, doch genau das machte den Reiz aus. Ziel war das Spitzsteinhaus. Schritt für Schritt arbeiteten wir uns bergauf durch die tief verschneite Landschaft. Oben angekommen, stärkten wir uns und genossen die wohlverdiente Pause.
Der Abstieg war noch einmal ein echtes Wintererlebnis – voller Lachen, Leichtigkeit und Freude an der Bewegung. Unten angekommen setzte Regen ein. Doch das konnte unsere gute Laune nicht trüben.
Hiermit möchte ich mich ganz herzlich bei den Tourenleitern Michael Kraus, Werner Krolovitsch und natürlich Detlev Antosch bedanken, die mir so viel beigebracht haben. Solche schönen Touren kann ich nur weiterempfehlen. Sie tun einfach gut.
„Die schönsten Erinnerungen sind stets Erlebnisse, für die man sich Zeit genommen hat“ (Charles Kuralt)
(Titelfoto von Teja Staats, restliche Fotos von Detlev Antosch)


