Aus dem Vereinsleben

 

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Zwischen Gelassenheit und Abenteuerlust – Zwei Reisen nach Nepal

Namaste, der Gruß in Nepal. Ausgesprochen mit einem langen „e“ am Ende. „Ich verbeuge mich vor Dir“ – das ist die wörtliche Übersetzung dafür. Aber die freie Übersetzung bedeutet so viel wie „das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in Dir“.

Mit dieser Grußformel wurden dieses Jahr einige unserer Sektionsmitglieder in Nepal herzlich empfangen. Zwei Gruppen, für jeweils 3 Wochen (fast zur gleichen Zeit) durften sowohl die Gelassenheit der Nepali, als auch den Geschmack eines fantastischen Abenteuers in der Khumbu Region des Himalayas genießen.

Die Heltauer (Klaus, Doris & Klaus, Doris & Peter, Melitta & Ernst) und die Michelberger (Manuela und Horst) steigen Richtung Kala Patthar (5643 m), Lobuche (6119 m) und Chhukhung Ri (5546 m), während Mihai Paunescu und seine Kumpels Ama Dablam (6812 m), im Visier haben. Um solche Höhen erreichen zu können muss man gut planen und sich gut vorbereiten, vor und während der Reise. Und das stellt schon lange nicht sicher, dass die Träume komplett in Erfüllung gehen, die ausreichende Akklimatisation, sowie das Wetter spielen wesentliche Rollen. Man muss seine eigenen Grenzen kennen und erkennen und der Natur das letzte Wort überlassen. Was nicht heißt, dass die Begeisterung und die Abenteuerlust vermindert werden.

So eine Reise fängt schon bei der Idee, und dann auch mit der Entscheidung das man teilnimmt, an“ meint Horst. Danach folgen Organisation und Buchung, Ausrüstung zusammenstellen bis hin zum großen Packen.

Horst Hritz erzählt wunderbar die Geschichte der gemeinsamen Reise im Nordosten Nepals. Sie beginnt am Münchner Flughafen, wo man sich zum ersten Mal mit allen Teilnehmern trifft:

„Über Dubai fliegen wir nach Kathmandu, wo der chaotische Straßenverkehr uns empfängt. Der Kontrast ist groß, wenn man dann in der ruhigen Lobby vom Hotel, ein Bier genießen darf. Nach einem Tag Kathmandu geht es per Helikopter nach Lukla. Beeindruckend fand ich die unzähligen Terassen die sich an die Hänge schmiegen, als hätte ein Künstler sie geschaffen. In Lukla angekommen, geht es dann richtig los. Wir schultern unseren leichten Rucksack und unsere Wanderung geht los. Schon am 2.Tag können wir die ersten Riesen des Himalaya bewundern. Es geht durch kleine Dörfer im Khumbutal an unendlich vielen Steinmauern und kleinen Feldern mit Getreide, Kartoffeln und Gemüse, vorbei. Unten im Tal rauscht der Dudh Koshi, den wir über Hängebrücken einige Male überqueren. Namche Bazar, der größte Ort im Khumbu, hat viele Läden wo man auch alles kaufen kann, was man benötigt. Nach Namche merke ich, dass wir uns auf dem Trail, zum höchsten Berg der Welt befinden. Es sind viele Menschen die Richtung Everest strömen. Die Ama Dablam im Blick steigen wir immer höher, und die Luft wird immer dünner. Über Tengboche steigen wir nach Dingboche von wo wir den ersten Gipfel, Nangkartshang, über 5000m besteigen. Es ist mühsam, umso größer ist die Freude am Gipfel. Über Lobuche geht es nach Gorak Shep, die höchste Siedlung im Khumbu. Kala Patthar, der nächste Gipfel über 5000m beschert uns den wohl bekanntesten Blick auf die Achttausender Nuptse, Lhotse und Everest.

Trekking mit Aussicht, Foto: Melitta Bonfert

Nach einer Nacht in Gorak Shep, sind wir froh den Ort zu verlassen. Wir steigen wieder nach Lobuche ab und da trennen sich unsere Wege. Wir „Climber“, Klutz, Pi und ich steigen ins High Camp vom Lobuche East, die Trekker steigen nach Dingboche ab. Das High Camp liegt an einem kleinen See, wir werden gut verpflegt und unsere Zelte sind gut. Um 1 Uhr in der Nacht stehen wir auf und nach dem Frühstück geht es los. Im Licht der Stirnlampe steigen wir Richtung Gipfel, kurz im felsigen Gelände und dann im Schnee. Wir ziehen die Steigeisen an und dann geht es fast ausschließlich am Fixseil, steil, aber ohne nennenswerten Schwierigkeiten, bis zum Gipfel des Lombuche East 6119 m. Die Zeit vergeht wie im Flug und die Strapazen im Aufstieg sind nicht allzu groß. Die Sonne kommt gerade hinter dem Everest hervor, das Panorama ist gigantisch, wir sind glücklich. Beim Abstieg können wir dann immer wieder die Aussicht auf die umliegenden Berge und Gletscher genießen. Im Camp angekommen packen wir unsere Sachen zusammen und steigen bis nach Dingboche ab, dort treffen wir die Trekker und genießen einen Kaffee in der Backery. Am nächsten Tag geht es dann wieder zusammen bis Chhukhung wo wir in einer schönen Lodge übernachten. Wir machen einen Tag Pause und dann geht es für uns drei ins Base Camp vom Island Peak während die Anderen den Chhukhung Ri besteigen. Obwohl wir den Gipfel nicht erreicht haben, fand ich die Querung des Gletschers mit Hilfe von Leitern interessant und auch eine neue Erfahrung. Der Abstieg und der Weg bis nach Pangboche wurde zäh, und wir waren froh als wir unsere Gruppe erreichten. Über Namche ging es dann zurück nach Lukla und mit Flugzeug und Bus nach Kathmandu. Wir hatten dann noch viel Zeit um Einkäufe zu tätigen und noch eine oder andere Sehenswürdigkeit zu besuchen.“

Hoch, höher! Foto: Melitta Bonfert

Kathmandu, die Haupstadt von Nepal, fasziniert die Besucher mit ihrer Art und Weise: von Einkaufsbummel in Thamel, Mittagsessen in der Altstadt Durban Square, bis hin zum Verbrennungsritual der Toten am Pashupatinath-Tempel am Bagmati Fluss – unsere Sektionsmitglieder haben ein bisschen von allem mitbekommen.

Stupa in Kathmandu, Foto: Horst Hritz

Sonam Sherpa war auch dieses Mal der Nepali Guide der Sektionsreisenden. Er betreute im Laufe der Jahre viele Gruppen der Sektion Karpaten und ist empfehlenswert.

Mihai Paunescu wollte auch schon mal einen Eindruck über die Höhenlage und die Nepalkultur bekommen. Deswegen hat er sich für eine Expedition auf Ama Dablam 6812 m, einer der technisch anspruchsvollsten Bergen der Region mit vielen Kletterpassagen entschieden. Die Reisezeit war etwas komprimiert für so eine Expedition, und zusätzlich hat ein Unglück am Lukla Flughafen die Reise von Mihai um einen Tag verspätet. Mit unerwarteten Ereignissen muss man manchmal rechnen! Es folgen aber wunderbare Tage mit atemberaubenden Panoramen, viel Bergsteiger-Arbeit, 240 km mit 10.000 Höhenmeter insgesamt und eine erreichte Maximalhöhe von 6100 Meter. Der Gipfel lässt sich aber trotzdem bis Mitte/Ende der Saison von keinem erreichen. Das Abenteuer ist jedoch fantastisch!

Bergsteigen in Himalaya, Foto: Mihai Paunescu

Wenn wir so eine Reise begehen, sollte uns immer bewusst sein, dass der Berg letztendlich das Sagen hat und dankbar sein, für das was wir erleben durften!

Irina Olarescu-Reuss

 

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Firn & Eis Ausbildung 2019

Am 05-07.07.19 fand die interne Ausbildung der Sektion Karpaten „Firn und Eis“ statt. Darüber berichtet die Teilnehmerin Davina Weber.

Der Name sagt schon alles. Ein Wochenende voller Eis und wer oder was war noch gleich dieser Firn. Nun ja, recht ahnungslos starteten also 10 Teilnehmer plus unsere zwei sehr kompetente Bergführer Hans Werner und Klaus Gündisch ins Wochenende. Wir waren guter Dinge, dass wir bei der Ausbildung vielleicht lernen was dieser Firn eigentlich ist.

Nach einer landschaftlich atemberaubenden Anfahrt erreichten wir den Ötztaler Gletscherparkplatz auf 2798 m. Wer glaubt, dass Bergsteigen den Berg hieße irrt sich hier ganz gewaltig. Denn gemeinsam steigen wir dann ab zur Braunschweigerhütte auf 2759 m. Nach einer wohl verdienten Stärkung lernten wir dann nach dem Abendessen alles über Knoten und das Kevlarschnüre die besten auf der Welt sind.

Ausbilder und Auszubildende – Foto: unbekannt

Samstags ging unsere Ausbildung in die nächste Runde. Nachdem wir das Gehen mit Steigeisen und Pickel endlich meisterten, lernten wir am Eis das Setzen einer Eisschraube, das Bauen einer Eisuhr mit Fädler, allgemein bekannt als Schaschlikspieß, das Abseilen mit dem Abseilachter, Tube und HMS, und natürlich die sehr beeindruckende selbstausdrehende Eisschraube. An dieser Stelle ein großes Lob an unsere Bergführer, die uns zeigten, dass Lernen doch Spaß machen kann.

Am Nachmittag wurden wir dann weiter zu „alpinen Rettern“ ausgebildet und lernten das Bergen aus der Gletscherspalte mit allem, was dazugehört. Hierfür wagte Max einen waghalsigen Sturz. Seht es euch selbst an:

Ganz im Sinne des Vortags betrachteten wir den Linken Fernerkogel aus der Ferne und machten uns im Abstieg auf den Rückweg zur Hütte.

Plötzliche Nebelwolke – Foto: Tommi Börni

Sonntag wollte unser Gipfelgott Hans in Absprache mit dem Wettergott uns den letzten Aufstieg wieder nicht gönnen. Böse Zungen behaupten, er hätte in seinem Team die nötige Gipfelreife noch nicht erkannt. Bei strahlendem Sonnenschein erklärte er uns also, dass das Wetter schlecht wird… Dank seiner langjährigen Erfahrung und seines „Bergschamanismus“ behielte er aber recht. Mehr dazu gleich.  Zuvor nahmen sich Hans und Klaus ein fremdes, verzweifeltes Pärchen an und führten es angeseilt über die nächste E5 Etappe. Auf dem Rückweg entschied sich die Gruppe Hans, Klaus und das Pärchen kurzzeitig zu verlassen und den Hausberg Karleskopf auf 2901 m mitzunehmen. Nach kurzer Gipfelfreude traten dann auch wir den Abstieg an.

Auf dem Gipfel –  Foto: Erwin Malath

Nun überraschten uns die Nebelwolken und der Regen! Hans hatte uns bereits über Funk mitgeteilt, dass sich auf unserem Weg einige hilflose Wanderer befinden. Heldenhaft nahm sich die Gruppe die erschöpften und überforderten Wanderer an und führten diese zurück zum Parkplatz. Beeindruckend wie selbstlos Hans und Klaus uns vormachten, dass man am Berg seine eigenen Interessen zurücksteckt, um anderen zu helfen.

Zusammengefasst war es eine tolle Gruppe, super Stimmung, gemütliche Abende, sehr lehrreich und wie jedes Wochenende mit Hans und Klaus und der Sektion einfach ein riesen Spaß. Vielen Dank euch beiden! Aber was war jetzt eigentlich noch gleich Firn?

Davina Weber

 

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Bergsteigerkurs 2019 – vom Wanderer zum Bergsteiger oder „Vom Couch Potato zum Gipfelstürmer“

 

Geben und nehmen

Der Fahrer gibt Gas, die Mitfahrer nehmen Platz.
Im Tal wird Material verteilt.

Seile reisen im Rucksack per Anhalter.
Der Langsamste überholt den Schnellsten.
Einer gibt ein Bier aus, ein anderer Schnaps.

Einer gibt eine Expresse, ein anderer eine Schlinge.
Einer klettert, der andere sichert.
Der Ausbilder gibt alles.
Die Teilnehmer geben alles.

(Florin)

 

Wir wollten gerne mal einen Bericht mit Feedback von mehreren Teilnehmern haben, nicht nur den Eindruck von einer Person einfließen lassen; daher kommen dieses Mal ein paar mehr Stimmen zu Wort.

 

Natascha:

„Der Kurs war optimal mit einer Mischung aus Theorie und Praxis. Die Kursleiter waren sehr kompetent und haben ihre langjährige Erfahrung gerne mit uns geteilt. Alles war perfekt organisiert: Transfer, Ausrüstung, gut gelegene Hütte für leichte und schwierige Übungen, gemeinsames Abendessen zum Austauschen. Ich habe viel gelernt und möchte weiter machen. Vielen Dank an alle, die dabei waren – es war wie eine große Familie.“

Max:

„Ich war ein ganz frisches Mitglied bei den Karpaten und kannte keinen der Teilnehmer. Nach den lehrreichen, spannenden und lustigen Tagen habe ich mich bereits als vollwertiges Mitglied dieser tollen Gemeinschaft gefühlt. Besonders hervorzuheben sind die außerordentliche Einsatzbereitschaft und Kompetenz der Kursleiter, welche den Grundkurs Bergsteigen für mich zu einem sehr besonderen Erlebnis machten.“

Yury:

„Ich habe vorher noch nie ein Seil in der Hand gehalten und dass ich daran abseilen kann, hätte ich nie gedacht; und das sogar an einem schwierigen Felsen von 30 m Höhe und mehr. Der Kurs hat es geschafft, mir die Angst davor zu nehmen und ich habe jetzt sogar das Vertrauen, mich von einem anderen Kursteilnehmer abseilen zu lassen. Es war auch spannend zu üben, wie man sich auf einem Schneefeld bewegt und wie man nach einem Fall stoppen kann. Die Tour am Sonntag auf die Rinnenspitze (3.002 m) war ein toller Abschluss des Kurses.“

Üben, üben, üben – Foto: Irina Olarescu-Reuss

 

Justyna:

„Ich war positiv überrascht, dass wir in dem Kurs nicht nur an der Oberfläche kratzten, sondern schon im Grundkurs sehr tief in das Thema Bergsteigen eingestiegen sind.“

Kursleiter Hans:

„Vor 7 Jahren habe ich diesen Kurs ins Leben gerufen. Das Interesse in all diesen Jahren war sehr groß. Dieses bekräftigt meine Philosophie: In Ausbildung zu investieren, bedeutet in die Zukunft zu investieren.“

Alex:

„Hans hat uns gezeigt, wie es funktioniert: Auf dem Berg und in der Hütte. Es war mir eine Freude, sein Assistent zu sein. Ich hoffe, dass ich bald selbst Kurse leiten kann und darf.“

Solche tollen Kurse gibt es in der Sektion Karpaten nur, weil es so leidenschaftliche, ambitionierte ehrenamtliche Mitglieder gibt, die so viele spannende Kurse anbieten. Die Jungen sind dankbar dafür, nehmen sich Hans` Philosophie als Vorbild und wollen das gerne weiter geben, was sie bekommen haben.

Vielen Dank an Hans, aber auch an Klaus, Florin und Alex! Je mehr Profis dabei sind, desto mehr können die Anfänger profitieren.  Auch wenn es immer wieder heißt: Die Zeit hat nicht gereicht, dieses oder jenes zu erklären, ist es wirklich erstaunlich, wie viele neue – und auch sehr schwierige Sachen – wir alle in diesen paar Tagen gemeistert haben.

Jetzt müssen wir alle „dran bleiben“ wie Hans immer sagt und uns als Anfänger trauen, Touren mit den Erfahrenen zu planen.

Rinnespitze – Foto: Irina Olarescu-Reuss

 

Zusammengefasst von Angelika Gräff

 

 

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Die erste Wochentagwanderung 2019

 

Die Wettervorhersage versprach einen sonnigen und warmen Apriltag. Neun berghungrige Teilnehmer folgten dem Aufruf von Gottfried Schuffert zur ersten Wanderung während der Woche. Wir trafen uns in Landl (Tirol), gleich nach dem Ursprungpass unweit von Bayrischzell. Danach musste noch eine kurze Strecke mit dem Auto bis zum Wanderparkplatz zurück gelegt zu werden und schon konnte es losgehen.

Bela, Ulf, Heinrich, Harald, Alex, Detlev, Rudi, Martin und Gottfried (der Organisator) waren diesmal dabei. Alle kannten sich bereits von Wanderungen in der Vergangenheit, so dass ein gegenseitiges Vorstellen im Vorfeld nicht nötig war. Unser Ziel war der Veitsberg 1.787 m, ein unscheinbarer Voralpengipfel mit jedoch herrlicher Aussicht. Trotz der südseitigen Lage waren wir überrascht, dass noch so viel Schnee lag. Im oberen Bereich lagen die Latschen noch unter geschlossener Schneedecke, trotzdem konnten wir guten Stapfspuren folgend den Gipfel erreichen. Dort legten wir eine wohlverdiente Mittagspause ein, mit Eierlikör und tollem Panorama.

Nach dem obligatorischen Gipfelfoto setzten wir unsere Wanderung zu einem zweiten Gipfelkreuz fort.

Der Abstieg begann über Schneefelder im Gipfelbereich. Jeder konnte dabei seine eigene Spur machen. Der Weg war nur teilweise erkennbar und stellenweise wegen dem doch noch recht vielen Schnee im Wald auch eine ganz schöne Herausforderung. Daher ging es auch schon mal querfeldein im Gelände bis wir auf die Forststraße gelangten die uns zum Parkplatz leitete.

Ein wunderschöner Wandertag, der im Anschluss auch noch mit einer Einkehr gekrönt wurde, ging zu Ende. Alle waren glücklich und zufrieden und hoffen auf die nächste Tour mit ebenso viel Spaß.

Wir sehen uns wieder im Mai 2019!!

Text und Fotos Detlev Antosch

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Osterwanderung 2019

( Dem Winter zum Trotz )


Osterwanderung eingeladen und unser Ziel waren die Chiemgauer Alpen mit Übernachtung in der Priener Hütte. Ostern fiel dieses Jahr auf ein sehr spätes Datum und das Hochdruckgebiet „Katharina“ versprach 13 Stunden Sonne. Der sehr schneereiche Winter hat noch viel Schnee hinterlassen, so dass wir die Schneeschuhe mitnahmen, obwohl wir sie nicht anschnallten. Der Schnee war in der Früh sehr hart und am Nachmittag sehr sulzig.

Fünf berghungrige Männer: Bela, Harald, Rudi, Detlev, sowie unser Gast Gunter aus Chemnitz (Durchschnittsalter 68 Jahre!) hatten sich verabredet und wollten an der diesjährigen Ostertour mitmachen.

Auf den Geschmack für diese Tour in den Chiemgauer Alpen sind wir bei unserer Schneeschuhwanderung im Januar 2019 gekommen.

Auch diesmal starteten wir vom Wanderparkplatz Walchsee.


Von da ging`s über das Lochner Horn ( Gipfel ohne Kreuz, jedoch mit herrlicher Aussicht ) Richtung Priener Hütte. Eigentlich wollten wir den direkten Weg zur Hütte einschlagen. Wir wollten abkürzen und das „Höchköpfl“ überschreiten aber dieser Bergrücken erwies sich als „Falle“. Nach einer 2,5 stündigen Tiefschneewanderung ohne Möglichkeit ins Tal abzusteigen, mussten wir zurück auf den Hauptweg der über die Wandberghütte führt.

Hier luden wir unseren „fast leeren Akku“ mit einem kühlen Weißbier auf und spülten unseren Frust über die gescheiterte Überquerung runter. Nach einer guten Stunde haben wir dann das Ziel des ersten Tages – die Priener Hütte (1410 m) erreicht.

Der Ostersamstag wurde mit der Gipfelbesteigung des Geigelsteins ( 1808 m ) gekrönt. Von hier hatten wir einen wunderschönen 360° Blick vom Chiemsee, den Voralpen bis in die Hohen Tauern ( Großglockner usw. ) Der Abstieg über den Südgrat fing erstmals harmlos an, bis wir wieder auf die Schneefelder stießen. Eine Überquerung auf diesem weichen lockeren Schnee war eine „kleine“ Herausforderung. Umso mehr Spaß machte dann der Abstieg über eine Schneerinne direkt zur Hütte. Nach einem kühlen Bier stiegen wir durchs Ramsbachtal ab. Eigentlich sollte der Abstieg über den Forstweg, an vielen Almen vorbei, eine einfache Sache sein. Durch die großen Schneemassen im Winter wurde der Weg so verwüstet, dass wir uns richtig durchkämpfen mussten. Spaß hat`s trotzdem gemacht und alle danken dem Organisator für diese schöne Tour.

Harald Meschendörfer

 

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Schneeschuhtouren 2019 in den Münchner Hausbergen

Ein Wintererlebnis der besonderen Art


Der Winter 2019 war kein gewöhnlicher Winter: wir wurden mit besonders viel Schnee belohnt, der noch bis in die Ostertage hält.

Die guten Bedingungen ermöglichten uns, reizvolle Schneeschuhtouren in den nahegelegenen Münchner Hausbergen zu unternehmen.

Nach einem holprigen Auftakt im Januar (der Termin musste wegen zu viel Schnee und Lawinengefahr 2 Mal verschoben werden) konnten wir fast jedes Wochenende ein neues Ziel ins Auge fassen.

Obwohl die Schneeschuhwanderungen einfach klangen und nicht viele Höhenmeter versprachen (unter 1000 hm), waren wir bei jeder Tour mehrere Stunden unterwegs.

Nach dem LVS-Kurs im Dezember 2018 war das Interesse und die Nachfrage groß, weitere Touren zu planen. Da die Organisation für Wochenendtouren sich als schwierig erwies, habe ich mich dazu entschieden, spontan Tagestouren für Schneeschuhgeher in die Münchner Hausberge ins Leben zu rufen.

So sind die nahegelegenen Ziele mit kurzer Anfahrt, einfachem Anstieg und großartigem Ausblick entstanden.

Foto: Detlev Antosch, Seekarkreuz

Zu den diesjährigen Zielen zählten der Brennkopf, Zwieselberg mit Blomberg und Heiglkopf, die Hochplatte bei Achenkirch, das Seekarkreuz und eine Wochenendtour mit Übernachtung auf der der Pleisenhütte.

Bei der Pleisen-Tour gab es die meisten Teilnehmer. Nach dem Aufstieg zur Hütte am ersten Tag durften wir, dank der Sonne, den Nachmittag auf der Terrasse gemeinsam genießen. Am zweiten Tag haben wir die Pleisenspitze (2569 m) erreicht, mit einer wunderschönen Aussicht auf das Karwendelgebirge. Das Wetter war uns auch diesmal hold und alle Teilnehmer waren von der großartigen Berglandschaft begeistert.

Foto: Detlev Antosch, Pleisenspitze

Wir waren jedes Mal eine fröhliche Runde, die sich beim Abschied immer schon für die nächste Tour verabredete.

Leider geht zu Ostern auch diese herrliche Wintersaison zu Ende. Ich freue mich aber jetzt schon auf viele wunderbare und abwechslungsreiche Sommertouren mit genau so viel Begeisterung und hoffentlich mit vielen neunen Gesichtern.

Foto: Detlev Antosch, Hochplatte

Nachtrag der Korrekturleserinnen: Für die vielen schönen Tourenvorschläge sind wir Detlev immer sehr dankbar. Er wird nicht müde, neue Ziele auszusuchen, die unser Schneeschuhgeherherz höher schlagen lassen.

Detlev Antosch

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Der Berglauf – eine neue Bergdisziplin in unserem Verein

Im Mai 2018 fand am Fuße des Watzmann der erste Berglauf im Rahmen der Sektion Karpaten statt. Eingeladen hatte Mihai Păunescu, einer unserer Spitzensportler und Trainer Bergsteigen und Hochtouren. Sieben Teilnehmer, die hier vorgestellt werden, starteten am Königsee und waren nach vier Stunden und 1000 Höhenmeter wieder bei den Autos. Kein Wettbewerb sondern eine gemütliche Lauftour oberhalb des wunderschönen Königsees. In dem Bericht wird die Bandbreite dieser Bergdisziplin erläutert mit der Absicht die Leser für diese Bergsportart zu begeistern. In unserem Programm für 2019 sind zahlreiche Bergläufe angeboten. Macht mit!

Den Berglauf, auch Trailrunning genannt, gibt es seit geraumer Zeit. Schon 1985 wurden die ersten Weltmeisterschaften ausgetragen. Die Zahl derer die diesen Sport praktizieren ist in den letzten Jahren gestiegen. Der Berglauf ist in der Regel ein Laufwettbewerb mit großen Höhenunterschieden. Typischer Weise ist ein Berg oder eine markante Höhe das Ziel des Laufs oder wird von dem Lauf als Zwischenstation erreicht. Die Strecke verläuft oft auf Wegen und Bergpfaden, mitunter auch auf Straßen. Bergläufe werden über verschiedene Distanzen, Höhendifferenzen und auf verschiedenem Untergrund angeboten. Bei einer Länge der Trasse von 42,2 Km und einer Höhendifferenz von mindestens 1000 m spricht man von Bergmarathon. Es gibt auch Ultrabergläufe über 70 km und 2000 Hm, bis hin zu 100 km mit 7500 Hm. Der letztere fand 2018 in Peru im Ort Banos statt. Einer der Teilnehmer, der bekannte Bergführer Jaime Vargas, der uns auf den höchsten Berg Ecuadors, den Chimborazo 6268 m, führte, brauche 29 Stunden dafür. Das Angebot der Berglaufwettbewerbe ist groß, allein in Deutschland werden ca. 40 Rennen angeboten.

Einige der Bergläufer der Sektion Karpaten sind:
Mihai Păunescu – ein hervorragender Bergläufer. Begonnen hat er 2012 mit einem mit 21 km langen Wettbewerb auf der Hohen Rinne (Păltinis), bei Hermannstadt, Rumänien. Dazu sagte er: „Damals konnte ich mir nicht vorstellen wie jemand 50 oder 100 km in den Bergen laufen kann“. Heute kann er sich das nicht nur vorstellen sondern nimmt an vielen  Wettbewerben teil, die sehr viele Höhenmeter und Kilometer haben. Hier einige Beispiele: 2016 – Chiemgauer 100: 80 km, 3500 Hm, 16 St; 2017 – Ultratrail Stubai: 28 km 2500 Hm 4,5 St; 2018 – IATF K85 (Innsbruck Alpine Trailrun Festival): 86 km, 3400 Hm, 12,5 St; 2018 – Mozart 100: 103 km, 4600 Hm, 18 St. Mihai ist Mitglied der Bergwacht München. Im Oktober 2018 wird er die Diensthütte der Bergwacht München ablaufen, ein Eigeninitiative: 120 km und 5000 Höhenmeter. Manchmal läuft er von seinem Wohnort in seine Firma, die 20 Kilometer entfernt ist, um die notwendigen Trainingsstunden zusammen zu kriegen.

Simona Păunescu ist ausgebildet Wanderleiterin beim DAV und bietet Wanderungen im Rahmen des Sektionsprogramms an. Sie teilt ihre Begeisterung für den Berglauf mit ihrem Ehemann Mihai und nahm an folgenden Wettbewerben teil: 2017 – Ultratrail Stubai: 28 km 2500 Hm 5,5 St; 2018 – IATF K25 (Innsbruck Alpine Trailrun Festival): 25 km, 1200 Hm, 3,5 St.; 2018 – Mozart: 21, 21 km, 1000 Hm, 3,5 St. Die Leistungen des Ehepaars Păunescu sind erstaunlich und verdienen höchste Anerkennung.

Dagmara Olszowska nahm schon an Kinderlaufwettbewerben mit Distanzen bis 1 km teil. Nach dem Studium und der Umsiedlung von Polen nach Deutschland, setzte sie sich einen Marathon als Ziel. Erst nahm sie an 10 km Stadtläufen teil, danach folgte ein Halbmarathon und schließlich lief sie den Münchner Marathon im Jahr 2015. Die positiven Erinnerung daransprechen für sich: „Am Münchner Marathon 2015 teilzunehmen war die beste Entscheidung meines Lebens. An diesem Tag war ich gesund, sehr gut trainiert und hatte meine Freunde dabei, die überall in München gestanden sind um mich anzufeuern. Es war wirklich wunderschön durch die bekannte Stadt 42 km zu Laufen und überall die freundlichen Gesichter der Zuschauer zu sehen. Der Endspurt im Olympia-Stadion war der Hammer! Das Gefühl ins Ziel zu kommen – unbeschreiblich“ Danach folgte ein Camp in der Türkei, wo mehrere Tage täglich 20 km und 800 Hm über die Berge gelaufen wurde. Hier erlangte sie die Erkenntnis, dass das Laufen in den Bergen viel mehr Spaß macht als auf dem Asphalt in den Städten und dass die Laufzeit eine untergeordnete Rolle spielt. Ihr nächstes großes Lauferlebnis war im April 2018 mit einer Gruppe auf Mallorca, wo in 3 Tagen 120 km und 5500 Hm gelaufen wurden. „Es war sehr anstrengend, manchmal habe ich meine Grenzen erreicht. Aber die Gesellschaft hat mir geholfen, nicht aufzugeben und auf jeden Fall weiter zu laufen.“ Mit der Sektion Karpaten erlebte sie am Königsee einen wunderschönen Tag: „Es hat viel Spaß gemacht wegen der guten Atmosphäre und der wunderschönen Landschaft“. Dagmara hat sich für die Zukunft höhere Ziele gesetzt die über das bisher Erreichte hinausgehen.

Miguel Garzon ist ein sehr aktiver Bergläufer unserer Sektion. Aus Granada in Spanien kommend lebt er seit 3 Jahre mit seiner Familie in München. Er praktiziert den Berglauf seit 7 Jahren. Im Schnitt läuft er pro Woche 5-6 Stunden, 1500 Hm und ca.40 km. In der Berglaufsaison oder in der Vorbereitungszeit für einen Wettbewerb können es 12 Stunden und bis zu 4000 Hm pro Woche werden. Gefragt nach den Vorteilen und Reizen des Berglaufs antwortet Miguel: „Berglaufen bietet mir die Möglichkeit die Bergen mal anders zu erkunden. Das geht sogar als Feierabendtour oder als Tagestour, wie zum Beispiel von Garmisch bis auf die Zugspitze über das Rheintal. Für Bergtouren die normalerweise zwei Tage dauern, kann man diese als Bergläufer in nur einem Tag laufen, wie zum Beispiel die Watzmann-Überschreitung. Auchdas Laufen in großer Höhe ist möglich, allerdings kann man dort mit etwas Muskelkater rechnen, weil weniger Sauerstoff den Körper erreicht. Ich bin in Nepal von Tilicho-lake (4.919 m) runter gelaufen. Am 7 Juli 2018 hatte ich das Glück am Sky Marathon im Rosengarten, Dolomiten, teilzunehmen. Diese wunderschöne Aussicht mit nur ein paar hundert Gramm Gepäck auf dem Rücken war für mich ein gigantisches Erlebnis. Ich kann den Berglauf sehr empfehlen, allerdings gehört gutes Training dazu. Es ist erstaunlich was ein Körper alles leisten kann“.

Unser Mitglied Pierre Ah-Kang ist wohnhaft in Frankreich, praktiziert den Berglauf seit 2 Jahre und nimmt an Berglaufwettbewerben teil. Sein Ziel für 2018 hat er sich längst festgelegt: La Mascareignes auf Reunion, 65km, 3500 Hm hoch und 4500 Hm runter. Auf die Frage wie er sich für seine Läufe vor- breitet antwortet Pierre: „Ich laufe 3 bis 4 Mal pro Woche. 2 Mal 15 bis 20km mit 300 bis 500 Meter Höhenunterschied und 1 Mal 8 bis 15km flach. Nah bei Paris ist es schwierig Laufstrecken mit größerem Höhenunterschied zu finden“. Bislang hat er an folgenden Läufen teilgenommen: April 2018: Paris Marathon, 42,5 km, Ende April, Trail du Lac de Paladru: 29 km, 950 Hm, Ende Mai, Lozère Trail: 25 km, 1150 Hm, Mitte Juni, Trail des Ecrins: 34 km, 2200 Hm und Ende August, UT4M Oisans: 47 km, 3400 Hm.

Dagmar Götz und meine Wenigkeit wollten auch wissen wie sich ein Supermarathon mit 73,5 km und 1700 Hm anfühlt. Nach 5 Monaten intensivem Training: 110 Läufe, 1200 km, 160 Stunden und fast 4 Mal die Marathonstrecke von 42 km, war es dann im Mai 2018 soweit. Wegen einer Verletzung am rechten Knöchel drei Wochen vor dem Lauf, ist Dagmar Götz „nur“ 54,5 Kilometer in 08:20 Stunden gelaufen. Ich schaffte die Strecke von 73,5 km in 09:45 Stunden und war stolz und froh und um eine Erfahrung reicher. Es war nicht so schwer wie die Meisten sich das vorstellen. Das Fazit: so einen außergewöhn- lichen Lauf mitzumachen lohnt sich. Die Trainingszeit bereitete uns viel Freude, weil wir – bei ständig steigender Leistungsfähigkeit – die Natur im Winter und Frühling beobachten konnten. Dazu die Spannung ob letztendlich die Knochen und Muskeln halten und die Erkenntnis dass vieles möglich ist wenn man es möchte und daran glaubt. Letztendlich krönte der Zieleinlauf mit Glücksgefühlen die Anstrengungen und die Anerkennung der Mitmenschen tat gut.

Skyrunning heißt der Berglauf über 4000 Hm und ist ein Schnellhöhenbergsteigen. Bereits 1995 erreichte Christian Stangel in dieser damals neuen Bergdisziplin den hohen Huascaran 6768 m in Peru. Danach folge der Aconcagua 6962 m, den er vom Basislager in 04:25 Stunden erreichte. Die normalen Bergsteiger brauchen dafür mehre Tage. Im Laufe der folgenden Jahre erklomm Stangel in diesem Laufstil die Achttausender Shisa Pagma 8013 m, Cho Oyu 8201 m u.v.m. Die Vor-aussetzung für solche Bergläufe sind Erfahrung im Hochgebirge und eine gute Akklimatisation.

Diese Beiträge belegen dass Berglaufen nicht nur als Wettbewerb möglich ist sondern auch als Tageslauf und bringen die Erkenntnis dass jeder der gerne läuft diesen Sport ausüben kann. Vor ihrem ersten Berglauf am Königsee war Dagmar Götz gespannt wie dieser ablaufen würde und ob sie mithalten könnte. Danach sagte sie: „Eine entspannte Tour, bei steilen Hängen sind wir gegangen und konnten uns somit auch unterhalten, waren also nicht ständig mit der Zunge am Boden. Somit bleibt der soziale Aspekt bei dem Trail laufen erhalten. Trotzdem bewältigt man eine Strecke in der Hälfte der Zeit gegenüber dem Wandern“.

Bei vielen Bergsportarten braucht man viel Ausrüstung, das ist beim Berglauf anders. Turnschuhe, kurze Hose und einem ca. 2-3 kg Laufrucksack auf dem Rücken, mit Wasserflasche und Regenschutz, ein kleiner Erste Hilfe Beutel reichen in der Regel. Dabei sollte man bei dem Kauf der Turnschuhe auf ein gutes Profil (Hufenprofil)und einen stabilen Bau achten. Eine Pulsuhr ist sehr empfehlenswert, damit man sich nicht nur auf das eigene Gefühl verlassen muss. Darüber hinaus sind die meisten Trainingspläne in Bezug auf Herzfrequenzen erstellt. Auch ein Handy kann sehr hilfreich sein, weil es verschiedene Programme gibt die Distanz, Zeit, Orte u.v.m. anzeigen und ansagen.

Einige Erläuterungen betreffend Sicherheits- und Gesundheitsaspekte. Wer gerne läuft und auch sonst Sport treibt ist gut beraten einen Gesundheits-Chek zu machen um seinen maximalen Puls genau zu ermitteln um die Trainingsherzfrequenz den jeweiligen Trainingsarten (regeneratives, extensives, intensives usw.) zuordnen zu können. Eine Laktat Leistungsdiagnose ist auch ratsam, weil man so ermitteln kann bei welcher Herzfrequenz die Laktatausschüttung hoch ist und man somit auch den Trainingszustand ermitteln kann. Eine zu hohe Laktatausschüttung führt zu einer Versäuerung der Muskeln. Bei längeren Läufen, also über 20 km sollt man während des Laufes etwas essen, seien es Gels oder Getreideriegel oder Bananen. Ein wenig Salz und geringe Mengen Vitamin C, z.B. eine Scheibe Zitrone sind ratsam.

In der Planung ist es wichtig das Wetter zu prüfen, weil im Rucksack keine warmen Kleider dabei sind. Erfahrung braucht man auch beim Orientieren im Gelände. Ebenso gehört dazu Trittsicherheit und etwas Kondition. Der Berglauf hat wie der gesamte Laufsport zahlreiche positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem und den Bewegungsapparat. Speziell das Bergauflaufen fördert konditionelle Elemente bei einer geringen Belastung für Knochen und Gelenke. Beim Bergablaufen ist die Belastung allerdings größer. Nach Meinung einiger Experten können mehrere Läufe über 70 Kilometer im Jahr zu gesundheitliche Schäden führen.

Sicherlich macht sich der eine oder andere Leser Gedanken über den Zeitaufwand für das Lauftraining. Doch die Länge der Laufstrecke kann sich jeder aussuchen. Wer 15-20 km in einem Wettbewerb oder an einem Wochenende laufen möchte sollte in der Woche diese Kilometeranzahl zusammenbringen. Diese Faustregel gilt auch bei steigenden Laufkilometer, also wer 30 km in einem Wettbewerb laufen möchte sollte 30 km in der Woche trainieren. Auf die Woche verteilt ist das nur 2 oder 3 Mal ca. 1-1,5 Stunden laufen.

Wie in allen Sportarten werden die angebotenen Läufe immer länger mit immer mehr Höhenmetern. Das kann man gut oder weniger gut finden, aber die steigende Teilnehmerzahl bestätigtihre Berechtigung. Das Bewundern dieser großartigen Sportler ist auf jeden Fall erlaubt, weil sich dahinter keine Supermen- schen verbergen, sondern disziplinierte und zielgerichtete Menschen die viel trainieren. Die ganz extremen Läufe sind nur Sportlern vorbehalten die „beruflich“ Sport betreiben und somit mehr Zeit haben zum Trainieren als die „Arbeiterklasse“.

Welche Distanzen und Höhenmeter für Jeden die richtigen sind muss jeder selbst entscheiden. Dies hängt natürlich mit der zur Verfügung stehenden Zeit zusammen. Auch bei kurzen Distanzen stellt sich das Vergnügen ein. Darüber hinaus nützt die gewonnene Kondition bei allen Berg- Kletter- oder MTB-Touren und sorgt für einen gesunden Körper und Geist. Unseren vorgestellten Bergläufern wünschen wir weiterhin viel Erfolg und viele Momente in denen sie die Fäuste in die Luft reißen können.
Willkommen bei den Bergläufern!

Mihai Păunescu beim Berglauf

 

Dagnara, Dagi, Mihai, Simona, Miguel, Basti, Reini beim Königsee-Berglauf

Unsere Neuen Trainer

Unser Verein hat drei neue Trainer in seinen Reihen. In diesem Jahr 2018 beendeten die Ausbildungen beim DAV mit Erfolg Cosmina Stefan -Trainer C, Simona Păunescu – Wanderleiter und Mihai Păunescu – Trainer C und B Hochtouren. In den nächsten Jahren werden sie im Rahmen unseres Tourenprogramms Bergtouren und Ausbildungen anbieten die unseren Mitglieder zugutekommen. Herzlichen Glückwunsch!

Es ist ein langer Weg bis man sich Trainer beim Deutschen Alpenverein (DAV) nennen darf. Um an den Ausbildungen beim DAV teilzunehmen muss man eine bestimmte Anzahl an Touren gemacht haben, die je nach Ausbildungsthema verschiedene Schwierigkeiten aufweisen müssen.. Diese Anforderungen sind im Ausbildungsprogramm des DAV beschrieben und hier erwähnt. Die Prüfungen nach den jeweiligen Ausbildungsabschnitten sind anspruchsvoll. Alpine Technik, Kondition, soziales Verhalten und Ausbildungsfähigkeiten werden geprüft.

 

Cosmina Stefan (31) kam zusammen mit ihrem Mann Andrei Stefan 2013 aus Rumänien nach München. Vor 10 Jahren hat sie das Bergsteigen für sich entdeckt. Sie wurde 2014 Mitglied der Sektion Karpaten, besuchte vereinsinterne Kurse und entschloss sich dann die Ausbildung Trainer C Bergsteigen des DAV zu besuchen. Die Anforderungen dafür sind zehn alpine Klettertouren im III Schwierigkeitsgrad, zehn leichte bis mittelschwere Hochtouren wie zum Beispiel: Piz Palü, Großvenediger, Similaun. Der Trainerlehrgang besteht aus zwei Teilen: Der Lehrgang 1 Fels fand bei der Blaueishütte statt und beinhaltete die Grundlagen des Sicherns und der Pädagogik. Der Lehrgang 2 Eis dauerte 9 Tage im Silvretta bei der Wies-badener Hütte. Der Kursleiter Florian Hänel legte den Schwer-punkt auf das persönliches Können, alpine Erfahrung, Seil- und Sicherungstechnik im Firn und Eis, Gruppenführung im weglosen Gelände, auf Klettersteig und am Gletscher sowie behelfsmäßige Bergrettung. Die Prüfung bestand aus einem praktisch-en und einem theoretischen Teil: Im theoretischen Teil wurden folgende Themen abgefragt: Wetterkunde, Ausrüstungskunde und Sicherungstheorie, Orientierung, Erste Hilfe, Naturschutz.

Cosmina sagte nach ihrer Ausbildung: „Ich bin froh diese Erfahrung gemacht zu haben. Die Ausbildung hat sich gelohnt, ich habe sehr viel gelernt und das möchte ich gerne an die Mitglieder der Sektion Karpaten des DAV auf Bergtouren und in Ausbildungen weitergeben“.

Um ihre Fitness zu behalten und weil sie Spaß am Klettern hat, ist sie wöchentlich in der Kletterhalle von München zu finden. Seit 2018 ist Cosmina Ausbildungsreferentin der Sektion Karpaten, ein anspruchsvolles Amt. Als Frohnatur, ist sie prädestiniert eine gute Tourenleiterin zu sein.

 

Simona Paunescu (34), in der Moldau/ Rumänien geboren lebt seit November 2014 in München. Schon als Kind ging sie mit ihrer Familie in die Berge, in das Vrancea- und Cheahlău-Gebirge in den Karpaten. Mit 13 Jahren stand sie schon auf dem höchsten Gipfel des Bugeci-Gebirges, „Omu“, 2505 m. Zusammen mit ihrem Mann Mihai Paunescu intensivierten sie ihre Bergsteigeraktivitäten in den Alpen, inzwischen eine „Notwendigkeit“ für beide. Simona besuchte im Juni 2018 eine Woche lang die Wanderleiter Ausbildung zum Trainer C im DAV Haus Spitzingsee. Ziel der Ausbildung ist Wandertouren zu organisieren, wie z.B. die Besteigung der Zugspitze 2950 m über das Höllental oder die Pyramidenspitze im Karwendel.

Zu den Ausbildungsinhalten gehören das Gehen auf markierten Gebirgswegen, Gruppenbetreuung, Umweltbildung, Orientierung, Wetterkunde, alpine Gefahren und Erste Hilfe. Über den Sinn ihrer Ausbildung sagte Simona: „Wandern ist eine von den wohl beliebtesten Bergsportdisziplinen im Sommer und wird von Alt und Jung ausgeübt. Für viele andere Bergsportdisziplinen bereitet man sich gut vor, aber das Wandern erscheint vermutlich vielen zu banal. Deswegen sind beim Wandern Sturz, Stolpern, triviale Tourenplanung, keine oder geringe Wetter Kenntnisse usw. Haupttodesursachen für Unfälle. Diese Ausbildung gab mir die Chance diese „Basics“ besser zu verstehen und in meinen Touren anzuwenden. Für unsere Sektion möchte ich interessante Wanderungen und Bergtouren anbieten und auch die wichtigsten Infos die jeder Wanderer kennen sollte, weitergeben“ .

Simona möchte im Anschluss die Ausbildung zum Trainer C Bergwandern besuchen.

 

Mihai Paunescu (29) ist in Rumänien geboren. Seit 2014 lebt er zusammen mit seiner Frau Simona in München. Ein Grund der Übersiedlung nach Deutschland war der Wunsch die Alpen zu erkunden. Mihai ist ein leidenschaftlicher Bergsteiger und Berg-läufer und Mitglied der Bergwacht München.

Begonnen hat er mit dem Bergsteigen in Rumänien. Seine Begeisterung für die Berge hat den Ursprung in einer einwöchigen Kammwanderung mit seinem Freund Tiberiu Jianu in den Foga-

rascher Bergen mit 14 Gipfeln über 2500 m. Er erzählte: „Es war eine anstrengende Tour, mit schweren Rucksäcken mit Ausrüstung, Zelt, Essen für eine Woche! Starke Winde zerrissen ein Zelt, wir haben in der Nacht kein Auge zugemacht. Trotz allem oder gerade deshalb ist das Bergsteigen zur Leidenschaft meines Lebens geworden“. Darauf folgten Touren in den schönsten Massiven der rumänischen Karpaten Bucegi, Retezat, Königstein (Piatra Craiului), Leaota.

Mihai schaffte die Prüfungen zum Trainer C Bergsteigen die beim Taschachhaus stattfanden. Geprüft wurde persönliches Können im Fels und Eis, Seil- und Sicherungstechnik, behelfsmäßige Bergrettung, Führungstechnik. Danach entschloss sich Mihai die anspruchsvolle Ausbildung zum Trainer B Hochtouren zu besuchen. Die Voraussetzungen hierfür sind Mehrseillängen – Klettertouren im IV-V Schwierigkeitsgrat sowie mittelschwere und schwere Hochtouren, wie z.B.: Piz Bernina Biancograt, Montblanc, Mönch, Jungfrau. Ziel der Ausbildung ist es alpine Felsklettertouren und Hochtouren zu führen, Grund- und Fortgeschrittenenkurse in alpinem Fels und Eis zu leiten. Die Kursdauer war 10 Tage und fand am Steingletscher Sustenpass, Schweiz statt.

Mihai berichtet: „Die Ausbilder Bernd Eberle, Jörn Heller legten Wert auf korrekte und schnelle Ausführung der Sicherheitstechnik, eine effiziente aber nicht überhaste Tourenführung und eine gute Kondition. In der Prüfung wurde unter anderem ein Steigeisenparcours gegangen, eine 90° Eiswand erklettert, Gratklettern bis 5b, Selbstrettung aus der Spalte und Führung einer Gruppe. In der theoretischen Prüfung wurde Führung von Touren, Ökologie sowie Verband und Recht abgefragt“

Wir wünschen den neugebackenen Trainern viel Erfolg beim Leiten der Touren und Ausbildungen, die Gabe das Risiko so einzuschätzen, dass Unfälle vermieden werden, sowie den Spaß am Tun bei aller Ernsthaftigkeit des Bergsteigens beizubehalten. Schenken Sie, liebe Mitglieder und Leser, unseren neuem Tourenleitern das Vertrauen indem sie an ihren Ausbildungen und Touren teilnehmen.

Reinhold Kraus

 

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Schneeschuhwanderung – ein Gemeinschaftserlebnis

Als Neuling war ich sehr gespannt auf meine erste Übernachtungstour mit der Sektion Karpaten: drei Tage Schneeschuhwandern von 16.-18.03.2018, Ausgansort: Pforzheimer Hütte 2.309 m. Wir waren 10 Personen, davon 3 Neulinge und 7 „alte Hasen“.

Danach wurde ich gefragt, ob ich einen Bericht dazu schreiben könne. Ich könnte beschreiben, wieviel Höhenmeter wir an welchen Tagen zurückgelegt haben, welche Gipfel wir bestiegen haben etc., aber mir erschienen andere Dinge wichtiger.

Ich war begeistert von der Gemeinschaft, der Liebe zu den Bergen und der Bewegungsfreude, die alle in der Gruppe verbindet. Weiter begeisterte mich, mit welcher Sorgfalt morgens der Lawinenbericht gelesen wurde, die Karte studiert und die Tour für den Tag oder Folgetag ausgesucht wurde. Uns drei Neulinge faszinierte die Erfahrung der anderen von der wir wissbegierig lernen wollten.

Eine Tour im Schnee zu planen ist anders als die Planung einer einfachen Wanderung; man muss Sicherheitsgründe abwägen. Wir haben dann am Samstag auch gleich einen anderen Gipfel bestiegen als geplant – aus Sicherheitsgründen. Michael Kraus unser Tourenleiter äußerte seine Bedenken und alle stimmten zu.

Wir konnten uns morgens, als wir nach dem Frühstück aus der Hütte gingen, kaum einkriegen vor Begeisterung, weil die Sonne uns anlachte und der Schnee glitzerte und uns alle total verzauberte. Es war nämlich schlechtes Wetter angesagt.

Wir starteten nach dem Piepsercheck und wanderten -fast schon meditativ- hintereinander durch die fast unberührte Schneelandschaft. Es ist gigantisch, welche positive Energie diese weiße Landschaft einem geben kann. In dem Moment ist es kaum vorstellbar, dass sie auch sehr gefährlich sein kann.

Als alle den Gipfel des Schartlkopf 2.829 m erreicht hatten, haben wir -außer das atemberaubende Panorama zu genießen- natürlich ausgiebig Gruppenfotos gemacht und den obligatorischen Gipfelschnaps getrunken. Der darf auf keiner Tour fehlen.

Schon bevor wir auf dem Hausberg der Pforzheimer Hütte ankamen, war klar, dass die Energie noch ausreichen würde, einen Umweg zurück zur Hütte zu gehen. Ich war wieder mal fasziniert, wie fit und trainiert auch die „Älteren“ in der Gruppe sind.

Beim Absteigen zeigte sich, dass die Schneeschuhe zum Durchtreten viel besser geeignet sind, um zügig auch steile Berge hinabzukommen. Einige konnten nicht genug davon bekommen, sich die Hänge „hinabzustürzen“; es war eine Freude, es mitanzusehen.

Diejenigen mit den geschlossenen Schneeschuhen brauchten etwas länger, um unten am Treffpunkt anzukommen. Es lohnt sich also, die Ausrüstung sorgfältig auszusuchen.

Am Samstag hatten wir überraschenderweise noch ein Geburtstagskind unter uns. Es wurde ein emotionaler und schöner Geburtstagsnachmittag und -abend, der mit vielen spannenden Geschichten und einem lustigen Kniffelspiel endete.

Sonntagmorgen schlich sich dann doch langsam der Nebel heran, der alles in Weiß und Grau hüllte und nach und nach die Landschaft verschluckte. Die Orientierungsfähigkeit wurde durch die schlechte Sicht relativ schwer, so dass die Gruppe etwas vom Weg abkam. Aber das tat der der Wanderlust keinen Abbruch. Man muss ja auch mal improvisieren.

Der Nebel schaffte es zum Glück nicht ganz bis zu unserem Gipfel hoch und wir hatten oben noch einmal eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Berge und das Wolkenmeer.

Der Abstieg zurück ins Tal wurde sehr kurzweilig, weil einige Witze zum Besten gegeben wurden. Der ein oder andere amüsierte sich darüber, dass er sie schon mindestens 5 Mal gehört hätte. Einige waren etwas wehmütig, weil es wahrscheinlich die letzte Schneeschuhtour der Saison für sie war.

Die interessanten Geschichten aus der Vergangenheit des DAV Karpaten und der Wandergruppe Adonis und das gemeinsame Wochenende wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Touren!

Angelika Gräff

 

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Rückblick auf ein gutes Vereinsjahr 2017

Das Jahr 2018 hat begonnen, nicht ohne vorher inne zu halten und auf ein sehr gutes Jahr 2017 für die Sektion Karpaten zurückzublicken.

Die deutlichste Sprache sprechen die statistischen Auswertungen der Teilnahme an Aktivitäten und Touren des Vereins. Ca. 500 Teilnahmen an den über 60 angebotenen Aktivitäten gab es im Jahr 2017, das ist sogar ein leichter Anstieg im Vergleich zu dem vorangegangenen Jahr. Sehr gut besucht waren einige Touren unserer Mitglieder außerhalb des Sektionsprogramms. Erfreulich ist auch, dass die Mitgliederzahl im Jahr 2017 von 500 auf 580 gestiegen ist. Der größte Zuwachs ist im Raum München zu verzeichnen. Die neuen Mitglieder schätzen die Professionalität der Angebote des Vereins sehr und genießen die freundschaftliche Atmosphäre auf den Touren oder beim Stammtisch. Sehr gut besucht waren mit 110 Teilnahmen die Ausbildungen in vielen verschieden Bergdisziplinen, was auf die Qualität der Ausbilder und der angebotenen Vielfalt Ausbildungen zurückzuführen ist.

In der Siebenbürgischen Zeitung wurden 10 Berichte veröffentlicht, darunter Interviews und aktuelle Tourenberichte. Das Infoblatt „Der Berggeist“ wurde halbjährlich mit aktueller Berichterstattung an die Mitglieder verschickt.

Darauf können wir alle stolz sein. Insbesondere die 45 Mitglieder die sich als Ausbilder, Tourenleiter, Organisatoren und Redakteure auf Tour, in der Natur, oder am Schreibtisch für den Verein engagieren. Bis auf die Ausbildungsvergütung für Ausbilder sind alle oben Genannten in allen anderen Bereichen ehrenamtlich tätig. Dieses Engagement und diese großartigen Leistungen aller Ehrenamtlichen gebührt ein ganz herzlicher Dank. Die Türe steht weit offen für alle, die sich in irgendeiner Art und Weise einbringen möchten, sei es als Tourenleiter oder im organisatorischen Bereich. Nur wenn die Aufgaben auf viele Köpfe verteilt werden können, kann in Zukunft das erreichte Niveau gehalten werden.

2017 wurde die Satzung und die Geschäftsordnung erneuert, Richtlinien verabschiedet, um den aktuellen Gegebenheiten gerecht zu werden und für einen reibungslosen und sicheren Ablauf aller Aktivitäten zu sorgen.

Für 2018 steht unseren Mitgliedern ein vielfältiges Programm zur Verfügung. Wir freuen uns auf jeden, der unsere Angebote annimmt, um mit uns Berg- und Gemeinschaftserlebnisse zu genießen.

Reinhold Kraus

 

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Ortler September 2016

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Grundkurs am Gletscher (Braunschweiger Hütte) – Sep. 2016

Wenn wir darüber nachdenken, was uns Menschen eine tiefe Beziehungsaufnahme zur Natur ermöglicht, so werden nicht wenige sagen, das Bergsteigen gehört auf jeden Fall dazu. Wer einmal den „Flow“ erlebt hat, wird die Sehnsucht danach immer in sich tragen. Obwohl wir wissen dass da oben meistens nur ein Kreuz steht, treibt es uns an, immer wieder und wieder auf den Gipfel zu steigen.

Am 9-ten September folgten wir erneut der Sehnsucht und machten uns auf den Weg ins Ötztal. Unter der Leitung von Hans Werner (Karpatenwolf) war das Wochenende mit Ausbildungsinhalten zur Gletscherbegehung, Knotenkunde und Seilschaften gut durchgeplant. Schließlich wollten wir am Sonntag auf den 3278 m hohen Fernerkogel.

Über die Ötztaler Gletscherstraße erreichten wir am Freitagnachmittag den Parkplatz am Rettenbachferner, wo sich unsere Gruppe aus altbekannten und neuen Gesichtern herzlich begrüßte. Bei angenehm frischem Wind wurden die Rucksäcke gepackt und das Material bereitgestellt. Über eine steile Passage ging es nun bergauf. Der Weg führte uns zur Braunschweiger Hütte, die wir gut gelaunt nach etwa 2 Stunden erreichten.

Am Samstagmorgen hatten wir den ersten Kontakt mit dem Gletscher, der aus der Ferne wie ein schmutziger weißer Lappen zwischen den Berghügeln hängt. Fast harmlos erscheinen die Muster aus hellen und dunklen Streifen die sich längs und quer über die Oberfläche ziehn. Und je mehr wir uns dem “Lappen” näherten desto größer wurde er, oder wurden wir kleiner? Es wird merklich kälter, das Licht ändert sich, der “Lappen” zieht sich verdammt steil hinauf und offenbart nach ein paar Metern die erste Gefahr. Hier hat man keine Lust hinzufallen, es würde schnell, unangenehm und schmerzhaft.

Mit Steigeisen und Pickel übten wir verschiedene Techniken die uns mit diesem geschundenen “Lappen” vertraut machten. Bergauf und bergab rammten wir die Spitzen in die Oberfläche, bohrten Löcher, setzten Karabiner und seilten uns ab. Es ging quer und längs, hoch und runter, hin und her. Sogar “Sanduhren” wurden gebaut, obwohl es weit und breit keinen Sand zu sehen gab. Die Zeit verging, die Sonne schien und wir hatten Spass. Ein Konglomerat aus Deutsch, Englisch, Rumänisch und Siebenbürgersächsisch erheiterte die Runde. Die gute Laune der Teilnehmer setzte sich am Abend fort, in gemütlicher Runde wurde gegessen, getrunken, erzählt und gelacht. Das ansteckende Lachen unserer angehenden Bergführerin Cosmina hielt uns bei Laune.

Nach einer kurzen Nacht standen wir am Sonntagmorgen auf der Terrasse der Braunschweiger Hütte und waren bereit für die Tagestour. Der Morgennebel lichtete sich und bald zeigten sich die Bergspitzen im Sonnenlicht. Unser erstes Ziel führte uns an den Fuss des Gletschers, wo wir die Steigeisen anlegen und nicht benötigtes Material zurücklassen konnten. In zwei Seilschaften und mit leichtem Gepäck ging es nun über das Eis steil bergauf. Bald gingen wir an Gletscherspalten vorbei, oder mußten sie mit einen großen Schritt überqueren. Mit Ehrfurcht und Respekt schauten wir in die schier endlose Tiefe, gut dass wir durch die Seilschaft gesichert waren. Nach etwa 2,5 Stunden erreichten wir alle den Gipfel und strahlten mit der Sonne um die Wette.

Ziemlich temporeich ging es danach wieder zurück, wobei ein ums andere Mal ein Fuss ins leere trat und die Gefahr auf dem Gletscher offenbarte. Hier zeigt sich wie wichtig die Seilschaft ist und welche Verantwortung jeder für jeden trägt. Die letzte Passage vor unserem Materialdepot meisterten wir alle souverän und konnten bald die Steigeisen abschnallen. Nach einer kurzen Pause nahmen wir den restlichen Weg in Angriff und meisterten den steilen Gegenanstieg und die letzten Hürden vor dem Parkplatz. Ein kleiner Ausrutscher auf den letzten Metern mit anschließender Rettungsaktion durch Hans Werner, bescherte dem jüngsten Teilnehmer noch ein paar harmlose Schürfwunden.

Wieder im Tal, erzählten wir bei Pizza und Pasta unsere Eindrücke und schauten hoch zum Berg, wo sich inzwischen Wolken gebildet hatten. Noch vor ein paar Stunden waren wir da oben? Unglaublich! Danke an Hans Werner, Cosmina und all die anderen, durch die lockere und humorvolle Art macht es immer wieder Freude mit ihnen auf den Gipfel zu steigen.

Helmut Fernolendt

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Klettersteigtage im Karwendel vom 28.-31. August 2016

Nach dem Erfolg der Klettersteigtouren in den letzten Jahren wurde die Serie dieses Jahr im Karwendelgebirge fortgeführt. Wie auch die Jahre zuvor unter der Organisation von Julius Orbok.

Der erste Tag begann zunächst zerstreut, da Edith (Dita) und Günther Schnabel bereits einen Tag vorher angekommen sind und nach einer Nacht in der Jugendherberge schon früh morgens den Aufstieg zur Brunnsteinhütte gewagt haben. Die weiteren Teilnehmer (Harald Menschendörfer, Jan Wittemann, Peter und Julius Orbok) haben sich erst mittags in Mittenwald getroffen und von dort sind wir gemeinsam aufgestiegen. Oben auf der Hütte wurde dann erst die schlechte Nachricht übermittelt, dass Dita einige Tage zuvor Opfer eines häuslichen Unfalls wurde und sich eine Fußverletzung zugezogen hatte. Deshalb musste sie (und Günther) leider auf die Klettersteige in den kommenden drei Tagen verzichten. Zum Glück war ihr in ihrem Zustand „einfaches Wandern“ noch gegönnt, sodass die Reise in das schöne Karwendelgebirge auch für sie nicht umsonst war.

Zumindest für die Klettersteiger wartete am zweiten Tag der Mittenwalder Höhenweg, ein verhältnismäßig leichter Klettersteig, jedoch mit steilem Aufstieg. Da es ohne Hindernisse für den ein oder anderen fast zu einfach geworden wäre (die meisten Teilnehmer mussten ihren Klettergurt gar nicht in Gebrauch nehmen), erwischte uns mitten im Klettersteig ein Gewitter. Glücklicherweise konnten wir Schutz unter einem Felsvorsprung suchen und die beinahe einzige verregnete Zeit in den vier Tagen mit einer Mittagspause überbrücken. Vom Klettersteig aus war es nicht mehr weit zur Seilbahn. Doch Jan war von der Tour nicht ausgepowert genug , erklimm im Laufschritt noch die Westliche Karwendelspitze, die abseits des Weges lag, verzichtete auf die Abfahrt per Seilbahn und stieg dann in gleichem Tempo zu Fuß ab. Die folgenden zwei Nächte haben wir in der Jugendherberge Mittenwald verbracht.lamsenspitze2508m

Am nächsten Morgen ging es mit dem Auto nach Eng. Dort haben wir uns mit Dagmar Götz (Dagi) getroffen, die am Tag zuvor telefonisch noch spontan der Tour zugesagt hat. Zunächst machten wir dann den Aufstieg vom großen Ahornboden zur Lamsenjochhütte. Dort begann der Klettersteig. Über den Brudertunnel ging es auf die Lamsenspitze (2508m) und abgestiegen wurde über das Geröllfeld wieder zur Lamsenjochütte. Von dort aus musste dann jedoch im Eilschritt abgestiegen werden, weil das Abendessen in der Jugendherberge zeitlich begrenzt war.

Am letzten Tag trafen wir uns wieder mit Dagi und sind nach Innsbruck gefahren, von wo die letzte Tour startete. Wir sind mit der Nordkettenbahn bis zur Bergstation gefahren und haben von dort den Innsbrucker Klettersteig gemacht. Unter anderem wurde der Kemacher (2480m) bestiegen. Über den Langen Sattel sind wir dann zur Mittelstation der Nordkettenbahn abgestiegen. Nachdem wir hinuntergefahren sind fand die Tour bei einem gemütlichen Radler im Tal, bevor alle ihres Weges abgereist sind, ihr Ende. Dita und Günther haben noch paar Tage angehängt um sich Innsbruck näher anzuschauen. Im großen Ganzen waren alle mal wieder zufrieden und warten gespannt auf die Klettersteigtour im kommenden Jahr.

Peter Orbók

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Mit Steigeisen und Klettergurt unterwegs

Mal mit Steigeisen und Klettergurt zu wandern, stand schon lange auf unserer „To do“ Liste. Da bot sich der Grundkurs Bergsteigen der DAV Sektion Karpaten Ende Mai 2016 nahezu an. Prima, dass es so ein Angebot bei unserer Sektion gibt.

Grundkurs Bergsteigen bei der DAV-Sektion Karpaten – Mai 2016

Wir( Melitta Bonfert und Doris Bugl) und 16 weitere Mitglieder der Sektion Karpaten trafen uns am Donnerstag (Fronleichnam) am Parkplatz Ramsau Hintersee. Zunächst ging es noch auf normalem Wanderweg über die Schärzenalm zur Blaueishütte (1680 m), wo bereits ein kühles Bier und Radler auf uns warteten. Nach einer kleinen Stärkung wurden wir von unserem Tourenleiter, Hans Werner und seinem Helfer, Tom in die Seil- und Knotentechnik beim Klettern eingewiesen. Zum ersten Mal legten wir einen Klettergurt an. Manch einer hatte seinen Spaß an dem doppelten Achter, Mastwurf oder Prusik. Die Nacht verbrachten wir im Matratzenlager der Hütte. Nach dem Frühstück waren Abseilübungen vom Fels angesagt. Anfangs hatten wir noch ein flaues Gefühl in der Magengegend , doch dank der vertrauenserweckenden Worte von Hans Werner, den ausführlichen Anleitungen von Tom Vesely und dem Vorbild der erfahrenen Freunde, war das Abseilen vom Fels gut erlernbar und machte sogar Spaß. Dazu gehörte aber auch ein Sicherheitstraining im Schnee und Eis, wie zum Beispiel Bremsen nach einem Sturz am Abhang, Absteigen durch tiefen Schnee als „stolzer Mann“, Gehen mit Steigeisen.aufstieg-auf-den-hochkalter-mai-2016

Zwei Gipfelbesteigungen standen für Samstag auf dem Programm. Die fortgeschrittene Gruppe stieg zur Blaueisspitze (2481 m) und wir zum Hochkalter (2607 m) hoch. Es ging zunächst im Zickzack steil bergauf über den Gletscher bis zum schönen Fleck. Danach war Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kletterfertigkeit im Fels gefragt. Vorsicht war geboten, so dass wir nur langsam vorankamen, aber immer wieder ein tolles Panorama genießen konnten. Das Wetter hielt und wir erreichten nach 5 Stunden Gehzeit den Gipfel. Froh und glücklich fielen wir uns in die Arme. Die Aussicht auf die gegenüberliegende Blaueisspitze, auf den Watzmann, den Gletscher und auch ins Tal belohnte unsere Strapazen.

Nach einer kleinen Stärkung am Gipfel folgte der Abstieg, der sich als etwas schwierig erwies, da man teilweise rückwärts und auf allen Vieren klettern musste. An der schwierigsten Stelle durften wir uns dann abseilen. Das fiel uns schon leichter, da wir es ja am Vortag geübt hatten. Klaus Gündisch erwartete uns unten schon mit verlegtem Fixseil. Dann durften wir nur noch abwärts durch den tiefen Schnee stapfen und schon war die Hütte in Sicht. Oh, war das ein erhebendes Gefühl: wir hatten es geschafft!

Am Sonntag hatten wir, vor dem Abstieg zu unseren Fahrzeugen, noch etwas Zeit für Kletterübungen. Dann verabschiedeten wir uns in der Hoffnung, dass wir uns alle bei einer nächsten schönen Bergtour wieder begegnen. Wir danken Hans Werner, Klaus Gündisch und Tom Vesely, dass sie uns bei neuen Erfahrungen begleitet und unterstützt haben.

Melitta Bonfert und Doris Bugl

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Auf den Spuren der Schmuggler im Montafon – Juni 2016

Unter der Führung von Fachübungsleitern Renate und Egon Kirschner verbringen 16 Teilnehmer der Sektion Karpaten des Deutschen Alpenvereins ein abenteuerliches Wochenende auf historischen Schmugglerpfaden und Klettersteigen im Montafon. Jahrhundertelang führte im Montafon ein viel begangener Saumweg in die Schweiz und weiter nach Italien. Dieser Weg diente früher hauptsächlich dem Transport von Waren. Nebenher schmuggelten verwegene Männer auf Schmugglersteigen ihre Ware am Zoll vorbei. Der berüchtigte Schmugglersteig, die Gargellner Köpfe und die Röbischlucht waren im Juni 2016 unsere Ziele.

Das geplante Wochenende näherte sich mit schlechten Wetteraussichten. Trotzdem startet die Gruppe unter der Leitung von Tourenleiter Reinhold Kraus hoffnungsvoll am Samstagmorgen die Tour ins Montafon. Es regnet in Strömen auf dem Weg nach Gargellen zur Seilbahn. Die Teilnehmer sind beunruhigt. Trotzdem fahren wir mit der Seilbahn zur Mittelstation. Oben angekommen, hört der Regen auf und über uns entfaltet sich zu unserer Freude, der schönste blaue Himmel. Nun können wir den ehemaligen Steig der Schmuggler ohne Wettersorgen begehen. Am Einstieg angekommen legen wir unsere Ausrüstung an: Helm, Klettergurt, Klettersteigset. Ein kurzer check, ob alles sitzt und geschlossen ist, dann geht es zum Klettern in die Wand. Nach dem ersten Aufstieg bietet uns der Klettersteig zwei Wegvarianten an, eine Einfache und eine Schwierige. Einige Teilnehmer entscheiden sich für die schwierigere Wegvariante. Zu Beginn dieses Weges müssen sie über zwei Seilbrücken gehen. Ein wackeliges Seil unter den Füßen und darunter der Abgrund, das kostet erst Überwindung der eigenen Angst. Nach den ersten Schritten trauen sich einige sogar kleinere Späßchen zu machen und wippen mutig auf dem Seil in der Luft, zum Schrecken ihrer Zuschauer. Der Weg führt weiter an zahlreichen Sprossen die steile Wand entlang. Oben angekommen, lässt ein spektakuläres Panorama den großen Kraftaufwand schnell vergessen. Die leichtere Wegvariante schlängelt sich am Grat entlang. Mit herrlichen Landschaften auf beiden Seiten des Grates, schöner Führung des Klettersteigs und Ausblicke auf den schwierigen Klettersteig ist der Aufstieg genauso abwechslungsreich und spannend. Nach knappen 2 Stunden erreichen alle den 2559 m hohen Gargellner Kopf. Die Freude darüber ist bei beiden Gruppen sehr groß.

Beim Abstieg werden alle vom Regen nass. Unten scheint aber wieder die Sonne und einige Teilnehmer wandern noch am gleichen Tag in die Röbischlucht. Die Schlucht ist sehr eng und der Klettersteig führt direkt durch die Schlucht über dem Bachbett. Jeder muss Mut, Balance und Geschicklichkeit beweisen, um den Wildbach zu überqueren. Wir müssen öfter von einer Seite des Baches auf die andere Seite springen und benötigen helfende Hände, um nicht ins Wasser zu fallen. Auf dem kurzen Übungsklettersteig in der Röbischlucht können wir gemeinsam einige Sicherungsmöglichkeiten des Klettersports trainieren. Unseren drei Jugendlichen macht dieser Klettersteig ganz besonders viel Spaß, so dass wir am Sonntag auf ihren Wunsch nochmal in die Röbischlucht gehen. Wir entscheiden uns für eine schwierigere, kurze, aber trotzdem spannende Klettervariante. Vor dem Abstieg scherzen und erzählen wir bei einer Vesper und nach kurzem Packen findet dann die große Verabschiedung statt. Insgesamt war es für alle ein tolles, erfülltes Wochenende. Wir haben trotz unbeständigem Wetter viel erlebt, das Klettern auf den Klettersteigen geübt und sind alle Klettersteige gegangen, die wir uns vorgenommen hatten.

Ines und Renate Kirschner

 

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