Aus dem Vereinsleben

 

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Unsere Neuen Trainer

Unser Verein hat drei neue Trainer in seinen Reihen. In diesem Jahr 2018 beendeten die Ausbildungen beim DAV mit Erfolg Cosmina Stefan -Trainer C, Simona Păunescu – Wanderleiter und Mihai Păunescu – Trainer C und B Hochtouren. In den nächsten Jahren werden sie im Rahmen unseres Tourenprogramms Bergtouren und Ausbildungen anbieten die unseren Mitglieder zugutekommen. Herzlichen Glückwunsch!

Es ist ein langer Weg bis man sich Trainer beim Deutschen Alpenverein (DAV) nennen darf. Um an den Ausbildungen beim DAV teilzunehmen muss man eine bestimmte Anzahl an Touren gemacht haben, die je nach Ausbildungsthema verschiedene Schwierigkeiten aufweisen müssen.. Diese Anforderungen sind im Ausbildungsprogramm des DAV beschrieben und hier erwähnt. Die Prüfungen nach den jeweiligen Ausbildungsabschnitten sind anspruchsvoll. Alpine Technik, Kondition, soziales Verhalten und Ausbildungsfähigkeiten werden geprüft.

 

Cosmina Stefan (31) kam zusammen mit ihrem Mann Andrei Stefan 2013 aus Rumänien nach München. Vor 10 Jahren hat sie das Bergsteigen für sich entdeckt. Sie wurde 2014 Mitglied der Sektion Karpaten, besuchte vereinsinterne Kurse und entschloss sich dann die Ausbildung Trainer C Bergsteigen des DAV zu besuchen. Die Anforderungen dafür sind zehn alpine Klettertouren im III Schwierigkeitsgrad, zehn leichte bis mittelschwere Hochtouren wie zum Beispiel: Piz Palü, Großvenediger, Similaun. Der Trainerlehrgang besteht aus zwei Teilen: Der Lehrgang 1 Fels fand bei der Blaueishütte statt und beinhaltete die Grundlagen des Sicherns und der Pädagogik. Der Lehrgang 2 Eis dauerte 9 Tage im Silvretta bei der Wies-badener Hütte. Der Kursleiter Florian Hänel legte den Schwer-punkt auf das persönliches Können, alpine Erfahrung, Seil- und Sicherungstechnik im Firn und Eis, Gruppenführung im weglosen Gelände, auf Klettersteig und am Gletscher sowie behelfsmäßige Bergrettung. Die Prüfung bestand aus einem praktisch-en und einem theoretischen Teil: Im theoretischen Teil wurden folgende Themen abgefragt: Wetterkunde, Ausrüstungskunde und Sicherungstheorie, Orientierung, Erste Hilfe, Naturschutz.

Cosmina sagte nach ihrer Ausbildung: „Ich bin froh diese Erfahrung gemacht zu haben. Die Ausbildung hat sich gelohnt, ich habe sehr viel gelernt und das möchte ich gerne an die Mitglieder der Sektion Karpaten des DAV auf Bergtouren und in Ausbildungen weitergeben“.

Um ihre Fitness zu behalten und weil sie Spaß am Klettern hat, ist sie wöchentlich in der Kletterhalle von München zu finden. Seit 2018 ist Cosmina Ausbildungsreferentin der Sektion Karpaten, ein anspruchsvolles Amt. Als Frohnatur, ist sie prädestiniert eine gute Tourenleiterin zu sein.

 

Simona Paunescu (34), in der Moldau/ Rumänien geboren lebt seit November 2014 in München. Schon als Kind ging sie mit ihrer Familie in die Berge, in das Vrancea- und Cheahlău-Gebirge in den Karpaten. Mit 13 Jahren stand sie schon auf dem höchsten Gipfel des Bugeci-Gebirges, „Omu“, 2505 m. Zusammen mit ihrem Mann Mihai Paunescu intensivierten sie ihre Bergsteigeraktivitäten in den Alpen, inzwischen eine „Notwendigkeit“ für beide. Simona besuchte im Juni 2018 eine Woche lang die Wanderleiter Ausbildung zum Trainer C im DAV Haus Spitzingsee. Ziel der Ausbildung ist Wandertouren zu organisieren, wie z.B. die Besteigung der Zugspitze 2950 m über das Höllental oder die Pyramidenspitze im Karwendel.

Zu den Ausbildungsinhalten gehören das Gehen auf markierten Gebirgswegen, Gruppenbetreuung, Umweltbildung, Orientierung, Wetterkunde, alpine Gefahren und Erste Hilfe. Über den Sinn ihrer Ausbildung sagte Simona: „Wandern ist eine von den wohl beliebtesten Bergsportdisziplinen im Sommer und wird von Alt und Jung ausgeübt. Für viele andere Bergsportdisziplinen bereitet man sich gut vor, aber das Wandern erscheint vermutlich vielen zu banal. Deswegen sind beim Wandern Sturz, Stolpern, triviale Tourenplanung, keine oder geringe Wetter Kenntnisse usw. Haupttodesursachen für Unfälle. Diese Ausbildung gab mir die Chance diese „Basics“ besser zu verstehen und in meinen Touren anzuwenden. Für unsere Sektion möchte ich interessante Wanderungen und Bergtouren anbieten und auch die wichtigsten Infos die jeder Wanderer kennen sollte, weitergeben“ .

Simona möchte im Anschluss die Ausbildung zum Trainer C Bergwandern besuchen.

 

Mihai Paunescu (29) ist in Rumänien geboren. Seit 2014 lebt er zusammen mit seiner Frau Simona in München. Ein Grund der Übersiedlung nach Deutschland war der Wunsch die Alpen zu erkunden. Mihai ist ein leidenschaftlicher Bergsteiger und Berg-läufer und Mitglied der Bergwacht München.

Begonnen hat er mit dem Bergsteigen in Rumänien. Seine Begeisterung für die Berge hat den Ursprung in einer einwöchigen Kammwanderung mit seinem Freund Tiberiu Jianu in den Foga-

rascher Bergen mit 14 Gipfeln über 2500 m. Er erzählte: „Es war eine anstrengende Tour, mit schweren Rucksäcken mit Ausrüstung, Zelt, Essen für eine Woche! Starke Winde zerrissen ein Zelt, wir haben in der Nacht kein Auge zugemacht. Trotz allem oder gerade deshalb ist das Bergsteigen zur Leidenschaft meines Lebens geworden“. Darauf folgten Touren in den schönsten Massiven der rumänischen Karpaten Bucegi, Retezat, Königstein (Piatra Craiului), Leaota.

Mihai schaffte die Prüfungen zum Trainer C Bergsteigen die beim Taschachhaus stattfanden. Geprüft wurde persönliches Können im Fels und Eis, Seil- und Sicherungstechnik, behelfsmäßige Bergrettung, Führungstechnik. Danach entschloss sich Mihai die anspruchsvolle Ausbildung zum Trainer B Hochtouren zu besuchen. Die Voraussetzungen hierfür sind Mehrseillängen – Klettertouren im IV-V Schwierigkeitsgrat sowie mittelschwere und schwere Hochtouren, wie z.B.: Piz Bernina Biancograt, Montblanc, Mönch, Jungfrau. Ziel der Ausbildung ist es alpine Felsklettertouren und Hochtouren zu führen, Grund- und Fortgeschrittenenkurse in alpinem Fels und Eis zu leiten. Die Kursdauer war 10 Tage und fand am Steingletscher Sustenpass, Schweiz statt.

Mihai berichtet: „Die Ausbilder Bernd Eberle, Jörn Heller legten Wert auf korrekte und schnelle Ausführung der Sicherheitstechnik, eine effiziente aber nicht überhaste Tourenführung und eine gute Kondition. In der Prüfung wurde unter anderem ein Steigeisenparcours gegangen, eine 90° Eiswand erklettert, Gratklettern bis 5b, Selbstrettung aus der Spalte und Führung einer Gruppe. In der theoretischen Prüfung wurde Führung von Touren, Ökologie sowie Verband und Recht abgefragt“

Wir wünschen den neugebackenen Trainern viel Erfolg beim Leiten der Touren und Ausbildungen, die Gabe das Risiko so einzuschätzen, dass Unfälle vermieden werden, sowie den Spaß am Tun bei aller Ernsthaftigkeit des Bergsteigens beizubehalten. Schenken Sie, liebe Mitglieder und Leser, unseren neuem Tourenleitern das Vertrauen indem sie an ihren Ausbildungen und Touren teilnehmen.

Reinhold Kraus

 

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Schneeschuhwanderung – ein Gemeinschaftserlebnis

Als Neuling war ich sehr gespannt auf meine erste Übernachtungstour mit der Sektion Karpaten: drei Tage Schneeschuhwandern von 16.-18.03.2018, Ausgansort: Pforzheimer Hütte 2.309 m. Wir waren 10 Personen, davon 3 Neulinge und 7 „alte Hasen“.

Danach wurde ich gefragt, ob ich einen Bericht dazu schreiben könne. Ich könnte beschreiben, wieviel Höhenmeter wir an welchen Tagen zurückgelegt haben, welche Gipfel wir bestiegen haben etc., aber mir erschienen andere Dinge wichtiger.

Ich war begeistert von der Gemeinschaft, der Liebe zu den Bergen und der Bewegungsfreude, die alle in der Gruppe verbindet. Weiter begeisterte mich, mit welcher Sorgfalt morgens der Lawinenbericht gelesen wurde, die Karte studiert und die Tour für den Tag oder Folgetag ausgesucht wurde. Uns drei Neulinge faszinierte die Erfahrung der anderen von der wir wissbegierig lernen wollten.

Eine Tour im Schnee zu planen ist anders als die Planung einer einfachen Wanderung; man muss Sicherheitsgründe abwägen. Wir haben dann am Samstag auch gleich einen anderen Gipfel bestiegen als geplant – aus Sicherheitsgründen. Michael Kraus unser Tourenleiter äußerte seine Bedenken und alle stimmten zu.

Wir konnten uns morgens, als wir nach dem Frühstück aus der Hütte gingen, kaum einkriegen vor Begeisterung, weil die Sonne uns anlachte und der Schnee glitzerte und uns alle total verzauberte. Es war nämlich schlechtes Wetter angesagt.

Wir starteten nach dem Piepsercheck und wanderten -fast schon meditativ- hintereinander durch die fast unberührte Schneelandschaft. Es ist gigantisch, welche positive Energie diese weiße Landschaft einem geben kann. In dem Moment ist es kaum vorstellbar, dass sie auch sehr gefährlich sein kann.

Als alle den Gipfel des Schartlkopf 2.829 m erreicht hatten, haben wir -außer das atemberaubende Panorama zu genießen- natürlich ausgiebig Gruppenfotos gemacht und den obligatorischen Gipfelschnaps getrunken. Der darf auf keiner Tour fehlen.

Schon bevor wir auf dem Hausberg der Pforzheimer Hütte ankamen, war klar, dass die Energie noch ausreichen würde, einen Umweg zurück zur Hütte zu gehen. Ich war wieder mal fasziniert, wie fit und trainiert auch die „Älteren“ in der Gruppe sind.

Beim Absteigen zeigte sich, dass die Schneeschuhe zum Durchtreten viel besser geeignet sind, um zügig auch steile Berge hinabzukommen. Einige konnten nicht genug davon bekommen, sich die Hänge „hinabzustürzen“; es war eine Freude, es mitanzusehen.

Diejenigen mit den geschlossenen Schneeschuhen brauchten etwas länger, um unten am Treffpunkt anzukommen. Es lohnt sich also, die Ausrüstung sorgfältig auszusuchen.

Am Samstag hatten wir überraschenderweise noch ein Geburtstagskind unter uns. Es wurde ein emotionaler und schöner Geburtstagsnachmittag und -abend, der mit vielen spannenden Geschichten und einem lustigen Kniffelspiel endete.

Sonntagmorgen schlich sich dann doch langsam der Nebel heran, der alles in Weiß und Grau hüllte und nach und nach die Landschaft verschluckte. Die Orientierungsfähigkeit wurde durch die schlechte Sicht relativ schwer, so dass die Gruppe etwas vom Weg abkam. Aber das tat der der Wanderlust keinen Abbruch. Man muss ja auch mal improvisieren.

Der Nebel schaffte es zum Glück nicht ganz bis zu unserem Gipfel hoch und wir hatten oben noch einmal eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Berge und das Wolkenmeer.

Der Abstieg zurück ins Tal wurde sehr kurzweilig, weil einige Witze zum Besten gegeben wurden. Der ein oder andere amüsierte sich darüber, dass er sie schon mindestens 5 Mal gehört hätte. Einige waren etwas wehmütig, weil es wahrscheinlich die letzte Schneeschuhtour der Saison für sie war.

Die interessanten Geschichten aus der Vergangenheit des DAV Karpaten und der Wandergruppe Adonis und das gemeinsame Wochenende wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Touren!

Angelika Gräff

 

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Rückblick auf ein gutes Vereinsjahr 2017

Das Jahr 2018 hat begonnen, nicht ohne vorher inne zu halten und auf ein sehr gutes Jahr 2017 für die Sektion Karpaten zurückzublicken.

Die deutlichste Sprache sprechen die statistischen Auswertungen der Teilnahme an Aktivitäten und Touren des Vereins. Ca. 500 Teilnahmen an den über 60 angebotenen Aktivitäten gab es im Jahr 2017, das ist sogar ein leichter Anstieg im Vergleich zu dem vorangegangenen Jahr. Sehr gut besucht waren einige Touren unserer Mitglieder außerhalb des Sektionsprogramms. Erfreulich ist auch, dass die Mitgliederzahl im Jahr 2017 von 500 auf 580 gestiegen ist. Der größte Zuwachs ist im Raum München zu verzeichnen. Die neuen Mitglieder schätzen die Professionalität der Angebote des Vereins sehr und genießen die freundschaftliche Atmosphäre auf den Touren oder beim Stammtisch. Sehr gut besucht waren mit 110 Teilnahmen die Ausbildungen in vielen verschieden Bergdisziplinen, was auf die Qualität der Ausbilder und der angebotenen Vielfalt Ausbildungen zurückzuführen ist.

In der Siebenbürgischen Zeitung wurden 10 Berichte veröffentlicht, darunter Interviews und aktuelle Tourenberichte. Das Infoblatt „Der Berggeist“ wurde halbjährlich mit aktueller Berichterstattung an die Mitglieder verschickt.

Darauf können wir alle stolz sein. Insbesondere die 45 Mitglieder die sich als Ausbilder, Tourenleiter, Organisatoren und Redakteure auf Tour, in der Natur, oder am Schreibtisch für den Verein engagieren. Bis auf die Ausbildungsvergütung für Ausbilder sind alle oben Genannten in allen anderen Bereichen ehrenamtlich tätig. Dieses Engagement und diese großartigen Leistungen aller Ehrenamtlichen gebührt ein ganz herzlicher Dank. Die Türe steht weit offen für alle, die sich in irgendeiner Art und Weise einbringen möchten, sei es als Tourenleiter oder im organisatorischen Bereich. Nur wenn die Aufgaben auf viele Köpfe verteilt werden können, kann in Zukunft das erreichte Niveau gehalten werden.

2017 wurde die Satzung und die Geschäftsordnung erneuert, Richtlinien verabschiedet, um den aktuellen Gegebenheiten gerecht zu werden und für einen reibungslosen und sicheren Ablauf aller Aktivitäten zu sorgen.

Für 2018 steht unseren Mitgliedern ein vielfältiges Programm zur Verfügung. Wir freuen uns auf jeden, der unsere Angebote annimmt, um mit uns Berg- und Gemeinschaftserlebnisse zu genießen.

Reinhold Kraus

 

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Ortler September 2016

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Grundkurs am Gletscher (Braunschweiger Hütte) – Sep. 2016

Wenn wir darüber nachdenken, was uns Menschen eine tiefe Beziehungsaufnahme zur Natur ermöglicht, so werden nicht wenige sagen, das Bergsteigen gehört auf jeden Fall dazu. Wer einmal den „Flow“ erlebt hat, wird die Sehnsucht danach immer in sich tragen. Obwohl wir wissen dass da oben meistens nur ein Kreuz steht, treibt es uns an, immer wieder und wieder auf den Gipfel zu steigen.

Am 9-ten September folgten wir erneut der Sehnsucht und machten uns auf den Weg ins Ötztal. Unter der Leitung von Hans Werner (Karpatenwolf) war das Wochenende mit Ausbildungsinhalten zur Gletscherbegehung, Knotenkunde und Seilschaften gut durchgeplant. Schließlich wollten wir am Sonntag auf den 3278 m hohen Fernerkogel.

Über die Ötztaler Gletscherstraße erreichten wir am Freitagnachmittag den Parkplatz am Rettenbachferner, wo sich unsere Gruppe aus altbekannten und neuen Gesichtern herzlich begrüßte. Bei angenehm frischem Wind wurden die Rucksäcke gepackt und das Material bereitgestellt. Über eine steile Passage ging es nun bergauf. Der Weg führte uns zur Braunschweiger Hütte, die wir gut gelaunt nach etwa 2 Stunden erreichten.

Am Samstagmorgen hatten wir den ersten Kontakt mit dem Gletscher, der aus der Ferne wie ein schmutziger weißer Lappen zwischen den Berghügeln hängt. Fast harmlos erscheinen die Muster aus hellen und dunklen Streifen die sich längs und quer über die Oberfläche ziehn. Und je mehr wir uns dem “Lappen” näherten desto größer wurde er, oder wurden wir kleiner? Es wird merklich kälter, das Licht ändert sich, der “Lappen” zieht sich verdammt steil hinauf und offenbart nach ein paar Metern die erste Gefahr. Hier hat man keine Lust hinzufallen, es würde schnell, unangenehm und schmerzhaft.

Mit Steigeisen und Pickel übten wir verschiedene Techniken die uns mit diesem geschundenen “Lappen” vertraut machten. Bergauf und bergab rammten wir die Spitzen in die Oberfläche, bohrten Löcher, setzten Karabiner und seilten uns ab. Es ging quer und längs, hoch und runter, hin und her. Sogar “Sanduhren” wurden gebaut, obwohl es weit und breit keinen Sand zu sehen gab. Die Zeit verging, die Sonne schien und wir hatten Spass. Ein Konglomerat aus Deutsch, Englisch, Rumänisch und Siebenbürgersächsisch erheiterte die Runde. Die gute Laune der Teilnehmer setzte sich am Abend fort, in gemütlicher Runde wurde gegessen, getrunken, erzählt und gelacht. Das ansteckende Lachen unserer angehenden Bergführerin Cosmina hielt uns bei Laune.

Nach einer kurzen Nacht standen wir am Sonntagmorgen auf der Terrasse der Braunschweiger Hütte und waren bereit für die Tagestour. Der Morgennebel lichtete sich und bald zeigten sich die Bergspitzen im Sonnenlicht. Unser erstes Ziel führte uns an den Fuss des Gletschers, wo wir die Steigeisen anlegen und nicht benötigtes Material zurücklassen konnten. In zwei Seilschaften und mit leichtem Gepäck ging es nun über das Eis steil bergauf. Bald gingen wir an Gletscherspalten vorbei, oder mußten sie mit einen großen Schritt überqueren. Mit Ehrfurcht und Respekt schauten wir in die schier endlose Tiefe, gut dass wir durch die Seilschaft gesichert waren. Nach etwa 2,5 Stunden erreichten wir alle den Gipfel und strahlten mit der Sonne um die Wette.

Ziemlich temporeich ging es danach wieder zurück, wobei ein ums andere Mal ein Fuss ins leere trat und die Gefahr auf dem Gletscher offenbarte. Hier zeigt sich wie wichtig die Seilschaft ist und welche Verantwortung jeder für jeden trägt. Die letzte Passage vor unserem Materialdepot meisterten wir alle souverän und konnten bald die Steigeisen abschnallen. Nach einer kurzen Pause nahmen wir den restlichen Weg in Angriff und meisterten den steilen Gegenanstieg und die letzten Hürden vor dem Parkplatz. Ein kleiner Ausrutscher auf den letzten Metern mit anschließender Rettungsaktion durch Hans Werner, bescherte dem jüngsten Teilnehmer noch ein paar harmlose Schürfwunden.

Wieder im Tal, erzählten wir bei Pizza und Pasta unsere Eindrücke und schauten hoch zum Berg, wo sich inzwischen Wolken gebildet hatten. Noch vor ein paar Stunden waren wir da oben? Unglaublich! Danke an Hans Werner, Cosmina und all die anderen, durch die lockere und humorvolle Art macht es immer wieder Freude mit ihnen auf den Gipfel zu steigen.

Helmut Fernolendt

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Klettersteigtage im Karwendel vom 28.-31. August 2016

Nach dem Erfolg der Klettersteigtouren in den letzten Jahren wurde die Serie dieses Jahr im Karwendelgebirge fortgeführt. Wie auch die Jahre zuvor unter der Organisation von Julius Orbok.

Der erste Tag begann zunächst zerstreut, da Edith (Dita) und Günther Schnabel bereits einen Tag vorher angekommen sind und nach einer Nacht in der Jugendherberge schon früh morgens den Aufstieg zur Brunnsteinhütte gewagt haben. Die weiteren Teilnehmer (Harald Menschendörfer, Jan Wittemann, Peter und Julius Orbok) haben sich erst mittags in Mittenwald getroffen und von dort sind wir gemeinsam aufgestiegen. Oben auf der Hütte wurde dann erst die schlechte Nachricht übermittelt, dass Dita einige Tage zuvor Opfer eines häuslichen Unfalls wurde und sich eine Fußverletzung zugezogen hatte. Deshalb musste sie (und Günther) leider auf die Klettersteige in den kommenden drei Tagen verzichten. Zum Glück war ihr in ihrem Zustand „einfaches Wandern“ noch gegönnt, sodass die Reise in das schöne Karwendelgebirge auch für sie nicht umsonst war.

Zumindest für die Klettersteiger wartete am zweiten Tag der Mittenwalder Höhenweg, ein verhältnismäßig leichter Klettersteig, jedoch mit steilem Aufstieg. Da es ohne Hindernisse für den ein oder anderen fast zu einfach geworden wäre (die meisten Teilnehmer mussten ihren Klettergurt gar nicht in Gebrauch nehmen), erwischte uns mitten im Klettersteig ein Gewitter. Glücklicherweise konnten wir Schutz unter einem Felsvorsprung suchen und die beinahe einzige verregnete Zeit in den vier Tagen mit einer Mittagspause überbrücken. Vom Klettersteig aus war es nicht mehr weit zur Seilbahn. Doch Jan war von der Tour nicht ausgepowert genug , erklimm im Laufschritt noch die Westliche Karwendelspitze, die abseits des Weges lag, verzichtete auf die Abfahrt per Seilbahn und stieg dann in gleichem Tempo zu Fuß ab. Die folgenden zwei Nächte haben wir in der Jugendherberge Mittenwald verbracht.lamsenspitze2508m

Am nächsten Morgen ging es mit dem Auto nach Eng. Dort haben wir uns mit Dagmar Götz (Dagi) getroffen, die am Tag zuvor telefonisch noch spontan der Tour zugesagt hat. Zunächst machten wir dann den Aufstieg vom großen Ahornboden zur Lamsenjochhütte. Dort begann der Klettersteig. Über den Brudertunnel ging es auf die Lamsenspitze (2508m) und abgestiegen wurde über das Geröllfeld wieder zur Lamsenjochütte. Von dort aus musste dann jedoch im Eilschritt abgestiegen werden, weil das Abendessen in der Jugendherberge zeitlich begrenzt war.

Am letzten Tag trafen wir uns wieder mit Dagi und sind nach Innsbruck gefahren, von wo die letzte Tour startete. Wir sind mit der Nordkettenbahn bis zur Bergstation gefahren und haben von dort den Innsbrucker Klettersteig gemacht. Unter anderem wurde der Kemacher (2480m) bestiegen. Über den Langen Sattel sind wir dann zur Mittelstation der Nordkettenbahn abgestiegen. Nachdem wir hinuntergefahren sind fand die Tour bei einem gemütlichen Radler im Tal, bevor alle ihres Weges abgereist sind, ihr Ende. Dita und Günther haben noch paar Tage angehängt um sich Innsbruck näher anzuschauen. Im großen Ganzen waren alle mal wieder zufrieden und warten gespannt auf die Klettersteigtour im kommenden Jahr.

Peter Orbók

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Mit Steigeisen und Klettergurt unterwegs

Mal mit Steigeisen und Klettergurt zu wandern, stand schon lange auf unserer „To do“ Liste. Da bot sich der Grundkurs Bergsteigen der DAV Sektion Karpaten Ende Mai 2016 nahezu an. Prima, dass es so ein Angebot bei unserer Sektion gibt.

Grundkurs Bergsteigen bei der DAV-Sektion Karpaten – Mai 2016

Wir( Melitta Bonfert und Doris Bugl) und 16 weitere Mitglieder der Sektion Karpaten trafen uns am Donnerstag (Fronleichnam) am Parkplatz Ramsau Hintersee. Zunächst ging es noch auf normalem Wanderweg über die Schärzenalm zur Blaueishütte (1680 m), wo bereits ein kühles Bier und Radler auf uns warteten. Nach einer kleinen Stärkung wurden wir von unserem Tourenleiter, Hans Werner und seinem Helfer, Tom in die Seil- und Knotentechnik beim Klettern eingewiesen. Zum ersten Mal legten wir einen Klettergurt an. Manch einer hatte seinen Spaß an dem doppelten Achter, Mastwurf oder Prusik. Die Nacht verbrachten wir im Matratzenlager der Hütte. Nach dem Frühstück waren Abseilübungen vom Fels angesagt. Anfangs hatten wir noch ein flaues Gefühl in der Magengegend , doch dank der vertrauenserweckenden Worte von Hans Werner, den ausführlichen Anleitungen von Tom Vesely und dem Vorbild der erfahrenen Freunde, war das Abseilen vom Fels gut erlernbar und machte sogar Spaß. Dazu gehörte aber auch ein Sicherheitstraining im Schnee und Eis, wie zum Beispiel Bremsen nach einem Sturz am Abhang, Absteigen durch tiefen Schnee als „stolzer Mann“, Gehen mit Steigeisen.aufstieg-auf-den-hochkalter-mai-2016

Zwei Gipfelbesteigungen standen für Samstag auf dem Programm. Die fortgeschrittene Gruppe stieg zur Blaueisspitze (2481 m) und wir zum Hochkalter (2607 m) hoch. Es ging zunächst im Zickzack steil bergauf über den Gletscher bis zum schönen Fleck. Danach war Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kletterfertigkeit im Fels gefragt. Vorsicht war geboten, so dass wir nur langsam vorankamen, aber immer wieder ein tolles Panorama genießen konnten. Das Wetter hielt und wir erreichten nach 5 Stunden Gehzeit den Gipfel. Froh und glücklich fielen wir uns in die Arme. Die Aussicht auf die gegenüberliegende Blaueisspitze, auf den Watzmann, den Gletscher und auch ins Tal belohnte unsere Strapazen.

Nach einer kleinen Stärkung am Gipfel folgte der Abstieg, der sich als etwas schwierig erwies, da man teilweise rückwärts und auf allen Vieren klettern musste. An der schwierigsten Stelle durften wir uns dann abseilen. Das fiel uns schon leichter, da wir es ja am Vortag geübt hatten. Klaus Gündisch erwartete uns unten schon mit verlegtem Fixseil. Dann durften wir nur noch abwärts durch den tiefen Schnee stapfen und schon war die Hütte in Sicht. Oh, war das ein erhebendes Gefühl: wir hatten es geschafft!

Am Sonntag hatten wir, vor dem Abstieg zu unseren Fahrzeugen, noch etwas Zeit für Kletterübungen. Dann verabschiedeten wir uns in der Hoffnung, dass wir uns alle bei einer nächsten schönen Bergtour wieder begegnen. Wir danken Hans Werner, Klaus Gündisch und Tom Vesely, dass sie uns bei neuen Erfahrungen begleitet und unterstützt haben.

Melitta Bonfert und Doris Bugl

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Auf den Spuren der Schmuggler im Montafon – Juni 2016

Unter der Führung von Fachübungsleitern Renate und Egon Kirschner verbringen 16 Teilnehmer der Sektion Karpaten des Deutschen Alpenvereins ein abenteuerliches Wochenende auf historischen Schmugglerpfaden und Klettersteigen im Montafon. Jahrhundertelang führte im Montafon ein viel begangener Saumweg in die Schweiz und weiter nach Italien. Dieser Weg diente früher hauptsächlich dem Transport von Waren. Nebenher schmuggelten verwegene Männer auf Schmugglersteigen ihre Ware am Zoll vorbei. Der berüchtigte Schmugglersteig, die Gargellner Köpfe und die Röbischlucht waren im Juni 2016 unsere Ziele.

Das geplante Wochenende näherte sich mit schlechten Wetteraussichten. Trotzdem startet die Gruppe unter der Leitung von Tourenleiter Reinhold Kraus hoffnungsvoll am Samstagmorgen die Tour ins Montafon. Es regnet in Strömen auf dem Weg nach Gargellen zur Seilbahn. Die Teilnehmer sind beunruhigt. Trotzdem fahren wir mit der Seilbahn zur Mittelstation. Oben angekommen, hört der Regen auf und über uns entfaltet sich zu unserer Freude, der schönste blaue Himmel. Nun können wir den ehemaligen Steig der Schmuggler ohne Wettersorgen begehen. Am Einstieg angekommen legen wir unsere Ausrüstung an: Helm, Klettergurt, Klettersteigset. Ein kurzer check, ob alles sitzt und geschlossen ist, dann geht es zum Klettern in die Wand. Nach dem ersten Aufstieg bietet uns der Klettersteig zwei Wegvarianten an, eine Einfache und eine Schwierige. Einige Teilnehmer entscheiden sich für die schwierigere Wegvariante. Zu Beginn dieses Weges müssen sie über zwei Seilbrücken gehen. Ein wackeliges Seil unter den Füßen und darunter der Abgrund, das kostet erst Überwindung der eigenen Angst. Nach den ersten Schritten trauen sich einige sogar kleinere Späßchen zu machen und wippen mutig auf dem Seil in der Luft, zum Schrecken ihrer Zuschauer. Der Weg führt weiter an zahlreichen Sprossen die steile Wand entlang. Oben angekommen, lässt ein spektakuläres Panorama den großen Kraftaufwand schnell vergessen. Die leichtere Wegvariante schlängelt sich am Grat entlang. Mit herrlichen Landschaften auf beiden Seiten des Grates, schöner Führung des Klettersteigs und Ausblicke auf den schwierigen Klettersteig ist der Aufstieg genauso abwechslungsreich und spannend. Nach knappen 2 Stunden erreichen alle den 2559 m hohen Gargellner Kopf. Die Freude darüber ist bei beiden Gruppen sehr groß.

Beim Abstieg werden alle vom Regen nass. Unten scheint aber wieder die Sonne und einige Teilnehmer wandern noch am gleichen Tag in die Röbischlucht. Die Schlucht ist sehr eng und der Klettersteig führt direkt durch die Schlucht über dem Bachbett. Jeder muss Mut, Balance und Geschicklichkeit beweisen, um den Wildbach zu überqueren. Wir müssen öfter von einer Seite des Baches auf die andere Seite springen und benötigen helfende Hände, um nicht ins Wasser zu fallen. Auf dem kurzen Übungsklettersteig in der Röbischlucht können wir gemeinsam einige Sicherungsmöglichkeiten des Klettersports trainieren. Unseren drei Jugendlichen macht dieser Klettersteig ganz besonders viel Spaß, so dass wir am Sonntag auf ihren Wunsch nochmal in die Röbischlucht gehen. Wir entscheiden uns für eine schwierigere, kurze, aber trotzdem spannende Klettervariante. Vor dem Abstieg scherzen und erzählen wir bei einer Vesper und nach kurzem Packen findet dann die große Verabschiedung statt. Insgesamt war es für alle ein tolles, erfülltes Wochenende. Wir haben trotz unbeständigem Wetter viel erlebt, das Klettern auf den Klettersteigen geübt und sind alle Klettersteige gegangen, die wir uns vorgenommen hatten.

Ines und Renate Kirschner

 

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